Zum Artikel  "Wo bleibt der große Wurf für die Innenstadt?" vom 26. Juli erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Vor circa 40 Jahren planten wir eine Beleuchtung für einen Fußgängerüberweg oberhalb vom Königsplatz,  über die Luitpoldstraße, die damals noch Staatsstraße war. Durch diesen Umstand wurde die Anzahl der „Bedenkenträger“ noch erhöht und das Ablagefach größer. Zehn Jahre später wurde das Projekt noch einmal aufgegriffen und von jetzt jüngeren „Bedenkenträgern“ wieder in ein neues Schubfach gelegt.

Wenn man den Königsplatz neu gestalten will, muss man sich erst einmal an ein neues Verkehrs- und Grünkonzept auch mit Geschwindigkeitsbeschränkung trauen. Vor einigen Jahren verlegte der Bauhof ein sehr schönes roll- und Lauffähiges Musterpflaster vom Rathaus zum Stadtbauamt. Das sollte im Innenstadtbereich als Lauf- und Rollweg erweitert werden. Ergebnis war wieder die Schublade! Bevor wir an einen Umbau der Innenstadt gehen müssen wir erst einmal die Mühlbäche und Flutgräben im Westen mittels Rückhaltebecken zähmen und die Schubladen wieder öffnen, in denen darüber schon Pläne liegen. Vor kurzer Zeit gab es nur 25 Kilometer entfernt, ein 80l/m2-Regenereignis und viele Orte an Aisch und Zenn waren stark überspült. Bei so einer Regenmenge schauen unser Bäche natürlich auch am Königsplatz und der Kaiserstraße vorbei und  bringen dabei viel Leid in die Stadt.

Dieses Wasser läuft normalerweise in einem Rohr vom Würzburger Tor der B8 entlang bis zum Main an der Konrad- Adenauer Brücke. Genau dieses Rohr könnte man aber auch anzapfen und über „Bächli“ wie in Freiburg, kühles Wasser zum Königsplatz leiten und zwar über die Falter- und Luitpoldstraße und die Untere Bachgasse. Über Kaskaden am Königsplatz treffen sich die beiden “ Bächli“ dann in der Kaiserstraße und schlängeln sich am Rathaus vorbei bis zum Regenüberlaufrohr am Gustav- Adolf- Platz. Dazu braucht man aber einen, der nicht nur Bäche, sondern auch europaweite Fördertöpfe anzapft und ein Stadtratsgremium mit “Arsch in der Hose“. Ich habe mir in der letzten Sitzung in der Synagoge von der Empore aus, 3,5 Stunden  lang diese Truppe angeschaut und habe dadurch jetzt sehr große Bedenken.

Karl-Heinz Conrad
97318 Kitzingen

Vorschaubild: © Björn Kohlhepp