Kisten, überall grüne Kisten. Mit Karotten, mit Äpfeln, mit Brot oder mit Wurst. Ohne Kisten geht in der Kitzinger Tafel nichts und ohne Mitarbeiter erst recht nichts.
Kisten, überall grüne Kisten. Mit Karotten, mit Äpfeln, mit Brot oder mit Wurst. Ohne Kisten geht in der Kitzinger Tafel nichts. Jede Kiste hat ihren Platz und den Überblick haben die ehrenamtlichen Helfer – und noch ein bisschen mehr die Gruppenleiter. An jedem Ausgabetag, immer mittwochs und samstags im Tafelladen beim Bauhof, ist eine Mannschaft von acht bis zehn Helfern für die Verteilung zuständig. Heute hat Carola Stetting das Sagen. Seit zwölf Jahren hilft die Rentnerin bei der Tafel. Manchmal denkt sie ans Aufhören. „Aber wer macht dann die Arbeit?“, fragt sie. Mehr Helfer, vor allem jüngere, bräuchte die Tafel, sagt sie und schlichtet Joghurt, Quark und Pudding in eine grüne Kiste.
Seit drei Jahren dabei
Angelika Klein nickt. „Entweder wollte ich in meiner Rente im Altenheim oder bei der Tafel helfen“, erzählt sie von ihren Anfängen. Drei Jahre ist das jetzt her. „Ich wollte einfach was Gutes tun“, ergänzt Brigitta Mehrmann. Seit sieben Jahren ist die 70-Jährige dabei. „Ich bin hier mit Leib und Seele“, sagt sie mit rauchiger Stimme und lacht. Überhaupt ist die Stimmung gut. „Es ist eine ganz tolle Clique“, nennt Heidi Thompson einen Grund, warum sie bei der Tafel hilft. Ein Nicken geht durch die Runde.
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Wenige Männer
Hubert Quett ist seit 9.30 Uhr in den dunklen Kellerräumen. Neonröhren leuchten an den Decken. Ein genauer Blick und die Tomate kommt in die grüne Kiste. Schimmel an der Orange – weg damit. Der 65-Jährige ist einer der wenigen Männer bei der Ausgabe. „Ja, die Frauen sind in der Überzahl“, sagt er lachend. Zumindest im Laden. Die Lebensmittel für die Tafel holen Fahrer jeden Tag ab. Zehn Männer wechseln sich dabei ab.
Gewinn für beide Seiten
Lebensmittel mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, kaputte Verpackungen, Sortimentswechsel oder einfach ein Überangebot sind Gründe, warum zehn Supermärkte und Discounter im Landkreis Lebensmittel an die Kitzinger Tafel spenden. Ein Gewinn für beide Seiten: Bedürftige kommen für wenig Geld an hochwertige Nahrungsmittel, die Händler sparen Lagerkosten und vor allem Entsorgungskosten. „Und wir sind die größten Lebensmittelretter“, sagt Fahrer Horst Zimmermann.
Kistenweise liegt abgepackter Feldsalat vor Quett. Viele der einst grünen Blätter sind matschigbraun. Jede Plastikbox macht er auf, schüttet den Feldsalat in die Kiste – frei zur Entsorgung. Zwei Bauern aus dem Landkreis holen den Bioabfall der Tafel kostenlos ab. Plastik und Restmüll dürfen die Tafelmitarbeiter auf Bauhofcontainer verteilen. Hier kommt die Stadt Kitzingen der Tafel ebenso entgegen wie beim Tafelladen. Mietfrei darf die Tafel die Räume unterm Bauhof nutzen.
Geringfügig mehr, nämlich zwei Euro, müssen die Bedürftigen für jeden Einkauf zahlen. Dafür bekommen sie Waren im Wert von bis zu 100 Euro. Doch sie nehmen nicht alles. „Wir haben schon richtige Feinschmecker dabei“, sagt Quett, der seit drei Jahren hilft. Wer kein Feinschmecker ist, hat andere Gründe, die Lebensmittel zu verschmähen.
465 Bedürftige
Schwarzbrot ist ein Ladenhüter. Viele der 465 Bedürftigen, an die ein Berechtigungsausweis verteilt wurde, sind anerkannte Flüchtlinge und Moslems. Sie wollen Weißbrot. „Auf den Produkten aus Schweinefleisch bleiben wir sitzen“, erklärt Angelika Klein. „Chicken – Huhn“, preist sie ein belegtes Sandwich einer Frau mit Kopftuch an. Sie schaut skeptisch, lehnt sicherheitshalber ab. Das Sandwich kommt wieder in die Kiste.
Die Kitzinger Tafel
Ziel: ,,Bedürftige, denen das Geld hinten und vorne nicht zum Leben reicht, mit Lebensmitteln zu versorgen...."
,,Viele sind anerkannte Flüchtlinge und Moslems. - Sie wollen Weißbrot....."
Es ist für mich nur sehr schwer nachvollziehbar, aber offensichtlich gängige Praxis, dass ein Großteil der anstehenden Menschen, bereits zugewiesene Geldmittel in die Heimat überweisen und als Ersatz die "Tafeln" und andere soziale Einrichtungen zur Deckung ihrer lokalen Grundversorgung benutzen. Meiner Meinung nach, wäre der Ansturm von wirklich bedürftigen Menschen, von den Tafeln in Deutschland viel leichter zu bewältigen. - Dazu bräuchte man auch keine Armeen von ehrenamtlichen Helfern! - Das es in Deutschland - dem Land in dem laut Angela Merkel alle Menschen reich und zufrieden sind, überhaupt der Hilfe von Tafeln bedarf, ist m.E. nur Ausdruck des kompletten politischen Versagens, dieser Frau!
MfG