Vier Versammlungen hat die Stadt zusammen mit der Kitzinger Baugesellschaft organisiert. Mehr als 500 Mieterinnen und Mieter waren eingeladen. Etwas mehr als 100 sind an den vier Abenden gekommen, um sich über die bisherigen Betriebskostenabrechnungen und bevorstehende Neuerungen in den kommenden Jahren zu informieren. Das teilt die Stadt Kitzingen in einem Schreiben an die Presse mit, dem die folgenden Informationen entnommen sind:

Über 500 Wohneinheiten besitzt die Kitzinger Baugesellschaft mbH – in der Siedlung genauso wie in der Innenstadt und in den Ortsteilen. Die Steigerung der Betriebskosten in den vergangenen Jahren haben nach Worten von Geschäftsführerin Rebecca Hick mehrere Gründe. Ursächlich sind fast immer gesetzliche Veränderungen. 

Zu den Betriebskosten zählen so bekannte Posten wie die Heizkosten, die Wasserversorgung, die Straßenreinigung oder die Müllentsorgung – aber auch etwas exotischere Kosten wie die Schornsteinreinigung oder die Ungezieferbekämpfung. Diskussionen gab es in den letzten Jahren vor allem um den Winterdienst und die Gartenpflege.

Mieter können den Winterdienst nicht übernehmen

Früher haben Mietergemeinschaften den Winterdienst selbst organisiert, die Arbeitszeiten eingeteilt und bei der Pflege der Gärten und Hecken das gleiche Vorgehen gewählt. Viel Geld konnte so gespart werden. "Aber leider geht das nicht mehr", sagte Rebecca Hick. Bei einem Schadensfall prüfen die Versicherungen ganz genau, ob alle Voraussetzungen für eine sichere Benutzung der Gehwege oder der Gärten erfüllt worden sind. "Den Mietern ist es beispielsweise nicht zumutbar, den Winterdienst jederzeit zu bewerkstelligen", betonte sie. Manchmal sei man auf der Arbeit, wenn es plötzlich anfängt zu schneien oder im Urlaub. Deshalb wurden die entsprechenden Arbeiten ausgeschrieben. Die Einstellung von Hausmeistern für diesen Bereich sei intern diskutiert worden. "Das wäre aber nicht wirtschaftlich gewesen", so Hick.

Ab 2019 sollten die Arbeiten von einer Firma ausgeführt werden, diejenige mit dem günstigsten Angebot hat die Anforderungen aber bei weitem nicht erfüllt. Seit dem Frühjahr 2020 kümmert sich ein regionales Start-Up-Unternehmen um Winterdienst und Gartenpflege. Parallel sind etliche Außenanlagen umgestellt worden. Das Prinzip lautete: So ökologisch und pflegeleicht wie möglich. Flächen wurden geschaffen, die für Insekten attraktiv sind, nach zwei Jahren intensiverer Bewässerung sind die Pflanzen jetzt entsprechend gediehen. Ab diesem Jahr werden deshalb auch die Bewässerungskosten sinken, kündigte Hick an. In Sachen Schädlingsbekämpfung setzt die Kitzinger Baugesellschaft mittlerweile auf einen überregionalen Anbieter. Die Beschäftigung eines professionellen Schädlingsbekämpfers wird vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Derzeit werden überall Wasserzähler eingebaut

Im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt der Betriebskosten steht die Kitzinger Baugesellschaft  sehr gut da. Lediglich bei den Punkten Gartenpflege, Winterdienst und Schornsteinreinigung liegt sie über dem bundesweiten Schnitt. "Aber wir arbeiten daran, diese Kosten zu senken", versicherte die Geschäftsführerin.

Derzeit werden in allen Objekten Wasserzähler eingebaut, um verbrauchsorientiert abzurechnen, wie es der Gesetzgeber neuerdings ohne Zustimmung des Mieters oder der Mieterin ermöglicht. Der Prozess soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Im November 2021 wurden die europäischen Richtlinien in die Heizkostenverordnung übernommen. Bis ins Jahr 2026 müssen alle Messeinrichtungen erneuert sein. Wo dies bereits der Fall ist, gibt es monatliche Informationen über den jeweiligen Verbrauch. Die Kosten von 5,83 Euro pro Jahr trägt der Mieter. "Das ist eine Verpflichtung des Gesetzgebers", betonte die Geschäftsführerin und kündigte weitere Veränderungen ab dem Jahr 2025 an. Dann wird die Grundsteuer neu berechnet.