Neustadt an der Aisch

Im Gedenken an Susi Lauber

Fragt man Passanten in Marktbreit nach Susi Lauber, wird man sofort in die neue Siedlung am Ohrenberg verwiesen, wo es eine Straße dieses Namens gibt. Doch die Allerwenigsten kennen die Namensgeberin dieser Straße, schreibt der SPD-Ortsverein in einer Pressemitteilung.
Viele Marktbreiter waren dem Aufruf des SPD-Ortsvereins gefolgt und versammelten sich am 9. November um den steineren Koffer, der an die Deportation der jüdischen Bürger und Bürgerinnen aus Marktbreit  erinnert. Foto: Werner Hund

Fragt man Passanten in Marktbreit nach Susi Lauber, wird man sofort in die neue Siedlung am Ohrenberg verwiesen, wo es eine Straße dieses Namens gibt. Doch die Allerwenigsten kennen die Namensgeberin dieser Straße, schreibt der SPD-Ortsverein in einer Pressemitteilung.

Susi Lauber, geb. am .März 1925, wuchs in Marktbreit auf. Um den Fängen des Nationalsozialisten zu entkommen, wurde sie mit 13 Jahren mit einem Kindertransport nach Belgien gebracht. Die Familie hoffte, dass sie – wie zuvor ihr älterer Bruder Ludwig – nach Palästina würde ausreisen dürfen. Allein und ohne ihre Familie schrieb das Mädchen viele Briefe in die deutsche Heimat und an ihren Bruder, der als einziges Familienmitglied den Nazi-Terror überlebte. Doch auch in Belgien war Susi nicht sicher, denn das Land stand bald nach ihrer Ankunft unter deutscher Herrschaft.

Ende 1940 kam Susi nach Marktbreit zurück und wurde kurz darauf in das Konzentrationslager Izbica gebracht, wo sie im Mai 1941 mit 17 Jahren starb. Man kann nur raten, was aus Susi Lauber alles hätte werden können, wenn die Nazis und deren unsägliche Rassenlehre sie nicht getötet hätten. Das Talent dazu hatte sie, was ihre Aufzeichnungen über die Pogromnacht 1938 und ihre zahlreichen, noch vorhandenen Briefe an ihren Bruder beweisen, heißt es in der Mittelung weiter.

Susi Laubers sinnloser und grausamer Tod lässt auch heute die Menschen nicht kalt. Daher folgten viele Marktbreiter und Marktbreiterinnen dem Aufruf des SPD-Ortsvereins und versammelten sich am 9. November um den steinernen Koffer, der an die Deportation der jüdischen Bürger und Bürgerinnen aus Marktbreit  erinnert, und der im Zusammenhang mit dem Denkort Deportationen 1941-43  in Würzburg steht. Sie gedachten Susi Lauber und der Marktbreiter Familie Oppenheimer, die ebenfalls dem Naziterror zum Opfer fiel. Die anwesenden Redner verwiesen auf die Gefahr, die auch heute noch von antisemitischen Strömungen ausgeht und riefen die Anwesenden dazu auf, für unsere Demokratie wachsam zu bleiben.