Heiligabend, kurz nach 19 Uhr. Viele Menschen in der Stadt und im Landkreis Kitzingen sind im Weihnachtsgottesdienst oder auf dem Weg dorthin. Andere freuen sich auf die obligatorischen Würstchen mit Kartoffelsalat. Die einen haben die Bescherung bereits hinter, die anderen noch vor sich.

Nicht so sechs Beamte der Polizeiinspektion Kitzingen, die heute Dienst haben. Christopher Popp, Matthias Senft, Martin Dippold, Timo Hoffman, Dominik Pfriem und Dienstgruppenleiter Jörg Ott bilden die sogenannte C-Schicht. Gemeinsam sitzen sie um einen großen Tisch in einem Nebenraum der Polizeiinspektion Kitzingen. Draußen im Empfangszimmer steht einsam ein mannshoher Christbaum. Aus den Geräten am Funktisch hört man ab und zu Fetzen von Funkgesprächen zwischen der Einsatzzentrale in Würzburg und Streifen, die in den Nachbarlandkreisen oder auf der Autobahn unterwegs sind.

Stille Nacht

Es ist ruhig um diese Zeit. Ott und seine Kollegen hoffen, dass das möglichst die ganze Nacht so bleibt. Sie wissen aber auch, dass Feiertage in manchen Familien nicht immer friedlich ablaufen. Wenn der Haussegen schiefhängt, muss schon mal „ein Freund und Helfer“ auf den Plan treten.

Später werden noch zwei Kollegen dazukommen, dann ist die Mannschaft der Nachtschicht komplett. Es sind überwiegend junge Beamte, die heute Abend hier versammelt sind und sich Weihnachtsplätzchen und Christstollen schmecken lassen. Die haben Dienststellenleiter Harald Hoffmann und seine Ehefrau Simone mitgebracht, die den Kollegen einen Weihnachtsbesuch abstatten. Auch Notfallseelsorger Holger Dubowy-Schleyer war schon auf einen kurzen Besuch da, um ein frohes Fest zu wünschen.

Wer ran muss an Tagen wie diesen, entscheidet allein der Dienstplan, berichtet Ott. Jedes Jahr sind die Kollegen einer anderen Schicht an der Reihe. Bis früh um sieben dauert die Nachtschicht, dann ist die D-Schicht dran. Die nächste Feiertagsschicht ist für Ott und seine Kollegen am Neujahrstag. Bei dieser Frühschicht wird es mit Sicherheit nicht so ruhig zugehen, denn dann sind die die letzten Silvester-Heimkehrer unterwegs und da sind Ärger und Stress vorprogrammiert, wissen die Beamten.

Als sich Simone und Harald Hoffmann verabschieden, machen sich auch zwei Kollegen der Schicht auf den Weg. Sie werden das vorbestellte Weihnachtsessen abholen. Die Nachspeise hat Timo Hoffmann mitgebracht. Schließlich darf ein kleinwenig Heiligabendgefühl auch in einer Dienststelle der bayerischen Polizei nicht fehlen. Der Weihnachtswunsch der Dienstgruppe ist übrigens in Erfüllung gegangen. Es blieb weitgehend ruhig. Außer einem brennenden Auto auf der Autobahn am Nachmittag und einem zu nächtlicher Stunde in Brand geratenen Adventskranz in Repperndorf ist am Heiligabend 2013 nichts passiert.

Auch für das BRK war es eine normale Nacht mit den üblichen Einsätzen, berichtet Kreisgeschäfsführer Harald Erhard, der an diesem Abend als Einsatzleiter Dienst hatte. Zudem versüßte der Leiter des Rettungsdienstes, Sven Appold, den Arbeitenden den Abend in den Rettungswachen mit Geschenkkörben.