Wie geht es mit der Segnitzer Feuerwehr weiter? Damit beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Das in die Jahre gekommene Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) muss dringend überholt werden, wenn es noch ein paar Jahre benutzt werden soll. Kommandant Matthias Bauer legte den Räten diverse Kalkulationen für die Arbeiten vor. Dabei machte er klar, dass das TSF "soweit in Schuss" sei, aber gewisse Erhaltungsmaßnahmen nötig seien, um die Zeit bis zu einem neuen Fahrzeug zu überbrücken.

Vor allem sind aufwendige Lackarbeiten nötig. Die Kosten dafür liegen bei rund 12 000 Euro und die Räte stimmten geschlossen zu, die Arbeiten durchzuführen. Dennoch wird die Wehr wohl eine Weile nicht einsatzfähig sein. Denn nach den Worten des Kommandanten benötigen die Reparaturen in der Fachwerkstatt drei bis vier Wochen. Die Leitstelle müsste für diese Zeit ihre Alarmpläne entsprechend ändern. Sollte es länger dauern, kann es allerdings sein, dass die Gemeinde verpflichtet wird, ein Ersatzfahrzeug zu mieten. Der Brandschutz ist eine kommunale Aufgabe und muss durch die Gemeinde sichergestellt werden.

Gerätehaus entspricht kaum mehr heutigen Standards

Die Überlegungen am Ratstisch gingen dann noch weiter. Denn vor einigen Jahren hatte die Gemeinde entschieden, an das "Problemkind" Feuerwehr von unten heranzugehen. Dazu musste erst der dürftige Personalstand aufgefüllt werden, was inzwischen sehr gut gelungen ist. Nun kann über ein neues Fahrzeug nachgedacht werden, das wäre aber in jedem Fall größer als das bisherige und würde nicht mehr ins Gerätehaus passen. Da das Gerätehaus auch sonst kaum mehr heutigen Standards entspricht, denkt die Gemeinde über einen Neubau nach, für den zunächst ein Grundstück gebraucht wird. In den Haushaltsplänen der kommenden Jahre sind entsprechende Summen eingestellt, für den Grunderwerb, den Neubau und die Fahrzeugbeschaffung kommen da schnell einige Hunderttausend Euro zusammen, die zum Teil auch gefördert werden. Dennoch: "Die Feuerwehr wird in nächster Zeit ganz schön teuer", kommentierte Bürgermeister Peter Matterne, stellte aber auch klar, dass die Investitionen notwendig seien.

Investieren will auch der Schützenverein und zwar in eine neue elektronische Schießanlage. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf etwa 25 000 Euro, einen Teil können die Schützen durch Eigenleistung übernehmen, nun haben sie die Gemeinde nach Unterstützung gefragt. Die Räte entschieden, die Kosten für zwei der Schießstände zu übernehmen, das sind rund 6000 Euro.

Viele Bauprojekte sollen vorgezogen werden

Der Gemeinderat nahm außerdem das Haushaltsjahr 2012 in den Blick. Verabschiedet werden soll der Haushalt im April oder Mai, bis dahin muss in einzelnen Bereichen noch beraten werden. Dabei plant der Bürgermeister kräftige Erhöhungen bei anstehenden Bauprojekten und Sanierungen, da er davon ausgeht, dass die bisher angesetzten Summen zu niedrig sind. Zudem sollen viele Projekte die für Folgejahre geplant sind, nach 2021 vorgezogen werden. Ob sich das alles so realisieren lässt, hängt vom Fortgang der Planungen ab und "der Kämmerer muss das auch erst absegnen", wie Peter Matterne erklärte.

Gemeinderat Dennis Bischof hatte einen Eilantrag gestellt, der das Baugebiet Schindäcker II betrifft. Dort müssen noch immer Ausgrabungen vorgenommen werden, bevor die Erschließung des Baugebietes fortgeführt werden kann. Bischof fordert in seinem Antrag, dass die Arbeiten noch in 2020 ausgeschrieben werden, um das Verfahren zu beschleunigen, aber auch um noch einigermaßen günstige Angebote zu erhalten. Bürgermeister Matterne erklärte, dass ein Angebot bereits vorliege, Bischof möchte allerdings noch Alternative-Angebote eingeholt wissen. Die Räte stimmten ihm zu.  Matterne schlug daraufhin vor, dass Dennis Bischof als Beauftragter für das Baugebiet Schindäcker III solche Dinge künftig koordiniert. Dieser war einverstanden und wurde einstimmig von den Räten dazu ernannt. Ebenso wurden als neue Tourismusbeauftragte Elke Breucker und Christian Wunder gewählt.