Goldener Löwe wartet auf Abriss

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Ein Bild des Verfalls: Der Goldene Löwe in Kitzingen bröckelt immer weiter. Dass sich nach einem ersten Entkernen an der Bauruine nichts tut, liegt laut Stadt und Investor an einem fehlenden ...
Foto: Siegfried Sebelka

Die Ausräumaktion in der Bauruine des Goldenen Löwen vor gut einem Monat nährte in der Kitzinger Bauverwaltung die Hoffnung, dass der Abbruch den Arbeiten folgen werde. Seither ist allerdings nichts passiert, die Einfahrt in die Lindenstraße weiter gesperrt. Der Grund laut Stadt und Investor: Bevor die Abrissbirne einschlägt, muss ein Statikgutachten vorliegen.

Die Ausräumaktion in der Bauruine des Goldenen Löwen vor gut einem Monat nährte in der Kitzinger Bauverwaltung die Hoffnung, dass der Abbruch den Arbeiten folgen werde. Seither ist allerdings nichts passiert, die Einfahrt in die Lindenstraße weiter gesperrt. Der Grund laut Stadt und Investor: Bevor die Abrissbirne einschlägt, muss ein Statikgutachten vorliegen.

Dass bei einem offensichtlich baufälligen Haus vor dem Abbruch die Standfestigkeit geprüft werden muss, mag manchem Bürger seltsam erscheinen. Grund ist allerdings der Denkmalschutz: Wenn der Eigentümer den Nachweis führe, dass ein denkmalgeschütztes Haus nicht in wirtschaftlich vertretbarer Weise „zu halten“ sei, werde der Abriss gestattet, erklärte Stadtplaner Torsten Fischer auf Anfrage.

Diese Auflage habe der Investor bisher nicht erfüllt. Andreas Stuckert, der im Goldenen Löwen und zwei angrenzenden Häusern in der Lindenstraße einen Komplex für betreutes Wohnen plant, sieht da noch Schwierigkeiten. Trotz aller Bemühungen habe er bislang keinen Gutachter gefunden. Er hoffe aber, hier noch Erfolg zu haben und mit dem Abriss bald beginnen zu können.

Die Stadt drückt allerdings aufs Tempo. Schließlich ist die Lindenstraße seit sechs Wochen aus Sicherheitsgründen gesperrt. „Der Zustand darf nicht viel länger so bleiben“, betont Fischer. Notfalls werde die Stadt Zwangsmaßnahmen verhängen, um den Abriss in die Gänge zu bringen. Klar sei aber, dass die Sperren in der Straße so lange stehen bleiben müssen, bis die Risiken durch das baufällige Haus beseitigt seien. Dessen Zustand behalte das Bauamt durch „tägliche“ Kontrollen im Auge.

Das Projekt, das 25 Wohnungen für betreutes Wohnen plus einer Begegnungsstätte umfasst, war im Oktober 2013 mit viel Optimismus gestartet. Ein Sprecher des Investors rechnete mit einem Erstbezug Mitte 2014. Daraus wurde nichts. Lediglich das weitere Bröckeln der Bauruine machte Fortschritte.

Der Niedergang des einstigen Traditionslokals war Ende Juli so deutlich, dass die Stadt das Straßeneck am Goldenen Löwen sperrte. Wenige Tage später ließ der Bauherr das Haus ausräumen. Danach regierte wieder der Stillstand.