Auf den Hausbesuch des Roten Hahns ist niemand scharf, nicht in der Silvesternacht und auch sonst zu keiner Zeit im Jahr. Die Kitzinger können ein Lied darauf singen: In der Nacht zu Neujahr hat sich der Brand, der den Dachstuhl des historischen Rathauses in Kitzingen einäscherte, zum 35. Mal gejährt. Und auch in diesem Jahr brannte es zum Jahreswechsel im Landkreis mächtig. In Kaltensondheim fing eine Scheune Feuer und hielt in frostig kalter Nacht eine Menge Feuerwehrleute und BRK'ler davon ab, den Beginn des neuen Jahres gemütlich im Warmen zu begießen. Stattdessen mussten sie Wasser auf den Roten Hahn spritzen.

Doch als sich die Rauchschwaden brennenden Gebälks, funkensprühender Silvesterrakten und knallender Böller wieder verzogen hatten, war spätestens am Mittag des Neujahrstags schnell wieder alles wie in den Tagen zuvor – die Lethargie aus Tannenbaum-Romantik und von Plätzchen und Stollen prall gefüllten Bäuchen machte sich breit. Es ist die Jahreszeit, in der selbst mathematische Gesetze ausgehebelt werden, denn 110 Prozent aller Landkreisbewohner haben Urlaub, sind zumindest für niemanden erreichbar und öffnen die Haustür nur dann einen Spaltbreit, wenn die Katze rebelliert. Doch selbst diese streckt am liebsten vorm warmen Ofen alle Viere von sich.

Auf den Weg machen sich dagegen vier Jugendliche aus Fahr, nämlich auf die weite Reise nach Berlin. Dort werden  Magdalena, Lea, Joshua und Paula als Sternsinger  das Bistum Würzburg beim Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel vertreten. Glücklicherweise stehen diesen für ihre Reise modernere Transportmittel zur Verfügung als ihren biblischen Urahnen: ICE statt Wüstenschiff.