Die ehemaligen Hausmülldeponien im Landkreis, die meist bis zu Inbetriebnahme des Müllheizkraftwerks genutzt wurden, bleiben auch Jahrzehnte nach der Schließung ein Kostenfaktor. Konkret geht es derzeit um den Bau von Grundwassermessstellen auf der Deponie in Iphofen und die mögliche Sanierung der Sickerwasserleitungen in der Deponie in Nenzenheim.

Alles im grünen Bereich

Das wurde in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kitzinger Kreistags deutlich. Immerhin: Auf eine Nachfrage des Wiesentheider Kreisrats Heinrich Wörner (Freie Wähler) sagte der zuständigen Sachgebietsleiter Philipp Kuhn: Bei der Deponie in Neues am Sand gibt es keine Auffälligkeiten. „Alles im grünen Bereich.“

Das gilt allerdings nicht für ehemalige Hausmülldeponie in Iphofen. Wie Kuhn sagte, ist auf der Deponie östlich von Iphofen bis zur Stilllegung 1978 Haus- und Gewerbemüll deponiert worden. Die Deponie verfüge über eine Basisabdichtung auf dem technischen Standard der 1960er Jahre, dazu eine Oberflächenabdichtung durch Oberboden.

Grundwassermessstellen fehlen

Es gehe eine Gasmessstelle, aber keine Grundwassermessstellen. Und genau die sind bei einer Begehung mit den Aufsichtsbehörden (Regierung von Unterfranken, Wasserwirtschaftamt und Landesamt für Umwelt) gefordert worden. Dazu noch eine historische Recherche, die klären soll, was, wo abgelagert wurde.

Wie Kuhn sagte sollen bis Ende Januar 2017 die Recherchen abgeschlossen sein und die Standort für die Messstellen vorgeschlagen werden. Kuhn geht davon aus, dass der Planung und Bau der Messstellung rund 50 000 Euro kosten wird. Der Ausschuss beschloss, das Geld im für das kommend Jahr vorzusehen.

Untersuchungen laufen

Noch offen sind die Kosten, die eine mögliche Sanierung von Sickerwasserleitungen in der ehemaligen Hausmülldeponie in Nenzenheim. Auf der relativ großen Deponie wurden von 1983 bis 1991 Hausmüll, Gewerbemüll und Klärschlamm deponiert. Das Problem: In der Deponie sind Sickerwasserleitungen verlegt. Bei den jährlichen Kontrollen war laut Kuhn festgestellt worden, das Teile erhebliche Schäden haben. Auf hier sind die Aufsichtsbehörden aktiv geworden und fordern die Vorlage verschiedener Varianten für die Sanierung.

Wie Kuhn sagte, lägen die Varianten inzwischen vor. Was tatsächlich saniert werden muss, sollen weitere Untersuchungen zeigen. Wenn saniert wird, sind Kosten von mehrere hunderttausend Euro möglich.