Für diese Herbstwanderung hatten wir uns etwas Besonderes vorgenommen, nämlich den „Kulturweg Gnodstadter Dreieck“. Es ist ein Weg im Rahmen des „Spessartprojekts“. Das durch den Weg umfasste Gebiet steht exemplarisch für die Kulturlandschaft des südlichen Unterfrankens. Es ist gekennzeichnet durch fruchtbaren Ackerboden, die Nähe zu Main und Weinbau, sowie den Einfluss der evangelisch-brandenburgischen/seinsheimischen Vergangenheit. Gnodstadt gehörte zu den sechs brandenburgischen „Maindörfern“ im Spannungsfeld zwischen dem katholischen Würzburg und dem evangelischen Ansbach.

Wir begannen die Wanderung in Marktbreit und stiegen hoch zum Galgenberg. Der Blick ins Maintal war traumhaft. Dichter Nebel hing über dem Fluss, die Höhen ringsherum waren frei und man konnte bis in den Steigerwald schauen. Oberhalb Fluss, Straße und Bahn führt der Weg über naturbelassene Pfade zur Polisina, einem Hotel und Campingplatz. Von hier wendet sich der Weg Richtung Süden, vorbei am Waldhäusle und weiter über die freie Flur nach Gnodstadt. Am Ortsrand gibt es einen Bildstock zu bewundern. Er ist erwähnenswert, weil er einer der wenigen evangelischen Bildstöcke ist. Er wurde 1586 errichtet, damals war Gnodstadt schon evangelisch. Beeindruckend sind auch die drei Bäume um den Bildstock, Linde, Kastanie und Eiche. Sie wurden 1863 zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig gepflanzt.

Von hier war es nur ein kurzer Weg ins Dorf. In der Brauerei Düll hatten wir reserviert, wurden gut bewirtet und machten uns dann auf den Rückweg, der den dritten Schenkel des Kulturwegs bildet. Der Weg verläuft durch die Flur und bietet auf seinem höchsten Punkt einen Rundblick vom Zabelstein über den Schwanberg bis zum Frankenberg und dem Scheinberg, mit 498 Meter die höchste Erhebung im Steigerwald. Der weitere Rückweg führte vorbei an einem aufgelassenen Steinbruch (Hohenroth) zum Ausgangspunkt.

Von: Horst Hoffmann (Wanderwart, Steigerwaldklub Castell)