So wie immer? Geht nicht! Dann gar nicht? Geht auch nicht! Caroline Wirsing geht es wie vielen Veranstaltern von Weihnachtsmärkten. Deshalb müssen die Siedler in diesem Jahr auch nicht auf ihren „Sternenzauber“ verzichten – allerdings wird er aus dem Stadtteilzentrum nach Hause verlegt.

Viele hatten sich den Termin schon Anfang des Jahres in den Kalender eingetragen, um ihn nur nicht zu verpassen: Am Wochenende vor dem ersten Advent findet alljährlich das Winterfest „Sternenzauber im Winterwald“ im Stadtteilzentrum Siedlung statt. Vereine, Schulen, Kindergärten, kirchliche Einrichtungen, JungStil und viele Bürger machen mit, basteln und backen im Vorfeld, untermalen die Veranstaltung mit Musik und Liedvorträgen, es gibt Adventsschmuck zu kaufen, man genießt Glühwein und Bratwürste.

Gemeinschaftlich stimmt man sich auf die festliche Zeit ein. Es ist eine Veranstaltung, die das Herz erwärmt. Ein Fest, das mit Nähe verbunden ist. Und damit ein Fest, das wegen Corona nicht in der traditionellen Form durchgeführt werden kann. Ganz streichen wollte Caroline Wirsing den „Winterzauber“ nicht. Sie ist als Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt für das Stadtteilzentrum und die vielfältigen Veranstaltungen zuständig, die dort in „normalen“ Jahren stattfinden. Wie viele andere Veranstalter musste sie in diesem Jahr schon mehrfach Alternativen bieten, beispielsweise beim Kleidertausch-Café. Auch für das beliebte Winterfest hat sie eine Lösung gefunden: „Es gibt einen „Sternenzauber at home. Die Bürger bestellen, wir liefern aus.“

Mehrere Vereine und Institutionen sowie zwei Privatleute sind mit im Boot: die Mittelschule Kitzingen Siedlung, der Kultur- und Bürgerverein Kitzingen Siedlung, die Pfarreiengemeinschaft St. Hedwig und die evangelische Stadtkirche, die Imkerei Gubesch und Frau Kretzler. Alles erfahrene „Winterzauberer“, die wissen, was bei den Menschen gut ankommt und denen es wichtig ist, auch in einem außergewöhnlichen Jahr eine schöne Tradition am Leben zu erhalten.

Sie haben für Honig in verschiedenen Varianten gesorgt, bieten Bienenwachs-, Wachs- und LED-Kerzen an, haben zauberhafte Landschaften und geschmückte Zweige gebastelt. Die Schüler der 6a der Mittelschule steuern in Zusammenarbeit mit Marcus Will Lebkuchen bei, bieten Quittenmarmelade und dekorierte Äste an. Im Angebot ist außerdem Eierlikörpunsch, der nach Eingang der Bestellungen frisch produziert wird.

„Die Idee ist, sich den Sternenzauber nach Hause zu holen, kleine Geschenke zu erwerben und sich etwas Gutes zu tun“, erklärt Caroline Wirsing. Einen Überblick über die Waren gibt es auf Plakaten in den Fenstern des Stadtteilzentrums, aber auch auf der Facebook-Seite „Quartiersmanagement Kitzingen Siedlung“. Die Bürger können die Produkte der Vereine, Schulen und Händler bis Montag, 7. Dezember, telefonisch unter 09321/38231110 zu den Bürozeiten oder per Mail an stz@stadt-kitzingen.de bestellen. „Wir liefern die Ware dann am Freitag, 11. Dezember, zwischen 9 und 14 Uhr an Ihre Haustür“, verspricht Caroline Wirsing. Wer möchte, kann seine Bestellungen auch selbst abholen, und zwar in der KW 51 (ab 14. Dezember), allerdings nur nach Terminabsprache.

Festlich geschmückte Fenster

Wesentlicher Beitrag für eine festliche Stimmung im Advent sind auch Häuser, Fenster und Straßen. Auch daran haben Caroline Wirsing und ihre Unterstützer gedacht. Es gab Weihnachtsbäume für die Geschäfte in der Siedlung. Die Fenster des Stadtteilzentrums wurden weihnachtlich dekoriert und erstrahlen bei Dunkelheit in festlichem Licht. Das Team Stadtteilzentrum schuf eine adventliche Szene mit Rezepten, Gedichten und einer Geschichte. Der Verein „Freiraum“ hat ein Fenster mit Figuren, Lichtern und großen Sternen weihnachtlich geschmückt und auch der Kindergarten St. Vinzenz macht mit.

„Die Kinder und Erzieher wollen eine weihnachtliche Szene im Stil des Kamishibai umsetzen.“ Wie bei einem Papiertheater werden beim Kamishibai Geschichten mit gemalten Bildern erzählt. Weihnachtliche Rezepte für Plätzchen, Marmelade und Zimt-Apfelkuchen machen Lust aufs Backen und Kochen daheim.

Caroline Wirsing freut sich darauf, dass hoffentlich viele Bürger beim abendlichen Spaziergang Station an den festlich geschmückten Fenstern machen und sich beim Anblick sowie beim „Sternenzauber at home“ in Weihnachtsstimmung versetzen lassen. Und sie blickt optimistisch aufs nächste Jahr, wenn der Winterzauber wieder traditionell am Wochenende vor dem ersten Advent im Kalender steht.