Sie haben 700 Stunden und 20 Monate mit ihrem Teilzeitstudium verbracht. 14 Absolventinnen verlassen die Schule nun als Hauswirtschafterinnen.
Am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen (ALEF) ging der erste Studiengang Hauswirtschaft mit einer Abschlussfeier zu Ende. Das Amt verabschiedete 14 Absolventinnen, die sich in Teilzeitunterricht 20 Monate lang zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung hatten ausbilden lassen.
Nach 45 Jahren wurde im Herbst 2015 am ALEF wieder eine Hauswirtschaftsschule an der Landwirtschaftsschule eingerichtet, wie Leitender Landwirtschaftsdirektor Gerd Düll wissen ließ. Er dankte Landrätin Tamara Bischof dafür, dass der Landkreis Kitzingen die Sachaufwandsträgerschaft übernahm. Rund 700 Unterrichtsstunden in acht Fächern hatten die Absolventen vor sich, als sie 2015 starteten.
Zur Verabschiedung kam Hauswirtschaftsdirektorin Andrea Seidl eigens vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus München angereist und sprach ihre Anerkennung zu den erbrachten Leistungen aus.
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14 Absolventinnen
20 Studierende hatten den einsemestrigen Studiengang begonnen. Am Ende waren es 14 Absolventinnen, die sich als Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung bezeichnen dürfen. Elf von ihnen sind staatlich geprüfte Hauswirtschafterinnen. Düll sprach von einer schwierigen Zeit, die von den Studierenden zu bewältigen gewesen sei, denn neben den Aufgaben zu Hause mit Familie und Betrieb sei auch die Schule zu meistern gewesen.
Versorgung der Bevölkerung
Mit Blick in die Historie erklärte Düll, dass die Geflügelzuchtanstalt vor 100 Jahren zur Stärkung der Versorgung der Bevölkerung mit Eiern gegründet worden war. Vor 90 Jahren habe der erste Hauswirtschaftskurs gestartet und vor 70 Jahren sei die Hauswirtschaftsschule gegründet worden. Für Landrätin Bischof war es wichtig, diese Ausbildung im Landkreis anzubieten, da die Hauswirtschaft allgemein etwas in den Hintergrund getreten sei.
Die stellvertretende Bezirksbäuerin Annette vom Berg-Erbar zeigte sich stolz, dass die Schuleinrichtung gelang. Früher vorhandenes Wissen sei verloren gegangen. Durch neu erlernte Fertigkeiten stünden den Absolventen und ihren Familien nun wieder mehr Freizeit und mehr Geld im Monat zur Verfügung – und letztlich auch mehr Lebensqualität.
Als Absolventin berichtete Jasmin Jörg, dass viele ihrer Studienkollegen das Lernen erst wieder lernen mussten. Der Einsatz habe sich jedoch gelohnt und alle hätten neben dem Kopf auch mit der Hand und dem Herzen gelernt.