Wer bisher im Supermarkt nach Erdbeeren griff, der hatte meist weit gereiste Früchte etwa aus Spanien im Einkaufskorb. Nun bekommen sie einheimische Konkurrenz.
Wer in den vergangenen Wochen nach Erdbeeren griff, der hatte meist weit gereiste Früchte etwa aus Spanien im Einkaufskorb. Nun bekommen sie einheimische Konkurrenz: Ob aus dem Supermarkt-Regal oder selbst gepflückt – von diesem Montag an können sich Bayerns Verbraucher auf die ersten heimischen Erdbeeren freuen. Vorerst komme allerdings hauptsächlich „Tunnelware“ auf den Markt, Erdbeeren, die unter schützenden Folientunneln gereift seien, sagte der Kitzinger Obstbauberater und Geschäftsführer des Vereins Fränkische Obstbauern, Thomas Riehl. Mit Freilanderdbeeren aus Bayern sei wohl erst Anfang Juni zu rechnen. Die Erdbeer-Saison starte damit etwa sechs Tage später als im Vorjahr.
„Die Kälteperioden in den letzten Wochen haben das Wachstum der Erdbeerpflanzen und die Reife der Früchte verzögert“, berichtete Riehl. Den frühen Erdbeerkulturen, die zu diesem Zeitpunkt geblüht hätten, habe außerdem der Frost Ende April zugesetzt. Rund zehn bis 15 Prozent der Blüten seien dabei erfroren, was entsprechend die Erträge mindern werde. Sonniges Wetter in den kommenden Wochen vorausgesetzt, rechnet Riehl heuer dennoch mit einer guten Erdbeer-Qualität. Denn die Regenfälle in den vergangenen Wochen haben die Pflanzen mit ausreichend Wasser versorgt.
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Dass Erdbeeren aus heimischem Anbau meist aromatischer seien als Ware aus südeuropäischen Ländern, hänge mit den angebauten Sorten zusammen. „In Spanien werden meist Sorten ausgewählt, die fest sind und damit längere Transporte gut überstehen. Das geht meist auf Kosten des Aromas.“
Nach Riehls Angaben werden Erdbeeren in Bayern inzwischen auf einer Fläche von 2400 Hektar angebaut, in Franken sind es 550 Hektar. Von Mai bis Juli werden in den drei fränkischen Regierungsbezirken jährlich zwischen 12 und 15 Millionen Erdbeerschalen geerntet.