Der April 2018 hat mit sechs Sommertagen und Temperaturen über 25 Grad mehr als einen Hauch von Sommer gebracht. Es gab Sonne satt, aber auch 13 Regentage.
Auf 8,8 Grad bringt es ein durchschnittlicher April in und um Kitzingen. Der April 2018 hat 5,2 Grad drauf gelegt und rekordverdächtige 14 Grad geliefert. Dazu gab es 255 Stunden Sonne satt. Dafür hat der April mit nur 26 Litern bei den Niederschlägen geschwächelt.
„Die 14 Grad sind für einen April schon außergewöhnlich“, sagt Thomas Karl, der Pflanzenschutz- und Wetterexperte am Amt für Landwirtschaft in Kitzingen. Wie aus seinen Unterlagen hervorgeht, hat es im Jahr 2007 einen „ähnlich extremen April“ gegeben.
Den wärmsten Tag hat Karl mit 27,9 Grad am 20. April gemessen. Die vom Deutschen Wetterdienst vor kurzem für Kitzingen an diesem Tag gemeldeten 29,3 Grad sind in der Mainbernheimer Straße nicht erreicht worden.
Nur ein Frosttag
Dafür aber sechs Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad. Der Frost, der normalerweise zum April gehört, hat sich 2018 rar gemacht. Nur am 6. April sind die Temperaturen mit minus 1,1 unter die Null-Grad-Grenze gefallen.
Zum sommerlichen April passen auch die Sonnenstunden. 255 hat Karl registriert, noch mehr hatte es mit 272 Stunden im Jahr 2007 gegeben. Dass es ganz anders geht, war ein Jahr später zu sehen, als es 2008 gerade mal 127 Sonnenstunden gab. Und vor einem Jahr war der April mit 156 Stunden eher trüb.
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Wenig Regen
Zu den Niederschlägen: Normalerweise holt Thomas Karl in einem April 48 Liter aus dem Messbecher seiner Wetterstation. Diesmal waren es 22 Liter weniger. Und das bei immerhin 13 Regentagen. Allerdings hat es nur an drei Tagen mehr als einen Millimeter geregnet. Der Rest war kaum spürbar. „Leut' erschrecken“, wie Karl in solchen Fällen zu sagen pflegt.
Insgesamt hat es das Jahr bisher auf 131 Liter oder Millimeter pro Quadratmeter gebracht. „Damit fehlen 30 Liter“, sagt Karl. Das ist für die Bauern noch kein Grund zum Jammern. „Die Kulturen haben sich bisher prächtig entwickelt“, so Karl. Sollte es aber – wie vorhergesagt – in den nächsten Tagen sehr warm und trocken werden, könnten die Sorgenfalten größer werden. Wobei Mais und Zuckerrüben kurz nach der Aussaat keine Probleme haben dürften. „Bei der Wintergerste kann das aber schon weh tun“, sagt Karl. Die schiebt gerade die Ähren und da ist Wasser wichtig – von dem ist allerdings derzeit weit und breit nichts in Sicht.