Beim Jubiläumsabend des SV Willanzheim zum 85-jährigen Bestehen standen Ehrungen im Blickpunkt, allem voran die von Hannes Stöcker, der jetzt Ehrenvorsitzender ist.

Verbundenheit habe im Verein von Anfang an eine große Rolle gespielt, betonte Vorsitzender Timo Engelmann. Heute zählt der SV 520 Mitglieder. Er ging aus dem 1920 gegründeten Burschenverein hervor, dessen Fahne wie ein Augapfel gehütet wird und vor fünf Jahren für rund 10 000 Euro restauriert wurde.

Stimmgewaltige Männer

Neben dem Sport ist der SV vor allem mit einem stimmenstarken Männerchor bekannt, der einst von Michael Hein gegründet worden war und unter seinem langjährigen Chorleiter und jetzigen Ehrenchorleiter Karl-Heinz Wolbert neben vielen öffentlichen Auftritten und bei kirchlichen Veranstaltungen auch an Leistungssingen teilnahm.

Ein weiteres kulturelles Standbein des SV ist die von Ernst Stöcker geleitete und seit mehr als 60 Jahren bestehende Theatergruppe, die in der Sporthalle ideale Voraussetzungen für zumeist ausverkaufte Theaterabende vorfindet.

Bestandteil sind im SV-Jahresprogramm die Ausflüge, darunter Besuche in der ungarischen Partnergemeinde Zanka.

Neue Ehrenmitglieder

Zu den Höhepunkten im Dorf gehören das Dorffest, der Holzstrich und die Kirchweih. Die Kirchweihbäume zeichnen sich dabei durch zumeist kuriose Wachstumsformen aus. Tanzen ist zwar keine eigene Sparte im SV, gehört aber inzwischen zum Sportleben.

Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert bezeichnete den SV am Samstagabend als wichtigen Bestandteil im Dorfleben. In vielen Fällen seien sogar mehrere Generationen einer Familie im SV. Durch seine Bauaktivitäten habe der Verein im Dorf viel bewegt und habe sich zum Wirtschaftsunternehmen entwickelt.

Die bauliche Entwicklung schilderte Timo Engelmann. Mit der 2003 begonnenen neuen Sportstätte habe sich für den SV ein Traum erfüllt. Auf dem knapp zwei Hektar großen Areal wurden von rund 100 Helfern 8500 ehrenamtliche Arbeitsstunden erbracht, investiert wurden 280 000 Euro. Dem Sportgelände schloss sich die Sanierung von Sporthalle und Vereinsheim an. Nach dem Entkernen erfolgte ein völlig neuer Innenausbau mit moderner Ausstattung. Dabei wurden erneut 7000 Helferstunden geleistet und 180 000 Euro investiert.

Kabinentrakt und Wintergarten sind bald fertig

Zuletzt wurde 2016 auf dem neuen Sportgelände ein Kabinentrakt mit Wintergarten und 40 Plätzen begonnen, der kurz vor der Vollendung steht. Bauleiter Max Endrich bezifferte die Kosten mit 200 000 Euro, bislang wurden 5000 ehrenamtliche Stunden geleistet.

Insgesamt, so bilanzierte Engelmann, leisteten die Mitglieder in den letzten 15 Jahren mehr als 21 000 ehrenamtliche Stunden und investierten mehr als 685 000 Euro. Mit Zuschüssen der Gemeinde von 40 Prozent der Materialkosten und anderer Geldgeber wurden Werte von mehr als 1,5 Millionen Euro geschaffen.

Als Grund für die hohe Eigenleistungswilligkeit nannte Engelmann, dass der SV für viele Bürger zu einer zweiten Heimat geworden sei, wo ein gemeinsam gestecktes Ziel auch gemeinsam verfolgt werde.

Erinnerung an alte Zeiten

Josef Scheller vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) erinnerte beim Ehrungsmarathon an alte Zeiten und die Anfänge vieler Sportvereine. Der SV sei zwar nicht der älteste aber einer wichtigsten Vereine im Landkreis. Stellvertretender Landrat Paul Streng merkte an, was für den SV immer gezählt habe: Verbundenheit.

Bei den Ehrungen ernannte die Vereinsleitung Hannes Stöcker zum Ehrenvorsitzenden. Laudator Karl-Heinz Wolbert erinnerte, wie Stöcker auf dem Fußballplatz einer der Hauptakteure mit 216 Toren in 552 Spielen war. 1966 trat er dem Verein bei und war schon 1973 im Hauptausschuss, kurze Zeit später zweiter Vorsitzender und übernahm dann 1985 das Ruder, das er bis zu seinem Rückzug 2017 inne hatte. Er gehört von Anfang an zum Theaterensemble und singt seit 47 Jahren im Männerchor des SV mit.

Ebenfalls 1966 begann Ernst Stöcker die sportliche Karriere und erzielte in 293 Spielen 216 Tore. Mit der Sportleitertätigkeit übernahm Ernst Stöcker die Regie in der Theatergruppe und brachte bei Bautätigkeiten tausende Helfer- und Schlepperstunden ein. Er wurde Ehrenmitglied.

Nach seinem sportlichen Einsatz trainierte Willi Baußenwein die Nachwuchsfußballer und wurde zur Säule im SV. Er brachte sein Fachwissen auf dem Bau ein und betätigte sich auch als Hallenwart.

28 Jahre als Kassier

Nur vier Jahre war Peter Schmitt im Verein, als er Kassier wurde und dieses Amt 28 Jahre inne hatte. Der Ehrenabend wurde vom Männerchor im SV unter der Leitung von Karl-Heinz Wolbert gestaltet.

Ehrungen beim SV Willanzheim

70 Jahre im SV: Franz Hadek, Adam Haupt, Adam Mauckner, Adelbert Petersohn, Albert Schmitt; 60 Jahre: Hans Baußenwein, Konrad Brosch, Elmar Dorsch, Otto Dorsch, Herbert Eger, Eberhard Ganz, Kaspar Hein, Leonhard Krönert, Kurt und Helmut Mötzel, Emil Reu, Bruno Reußenzehn, Hans Schiffmeyer, Max Schmitt, Arthur Zobel, Andreas Stark; 50 Jahre: Ernst Baußenwein, Willi Baußenwein, Erich Braun, Ottmar Deppisch, Franz-Josef Dorsch, Josef Eger, Franz Fleischmann, Berthold Fröhlich, Karl Grün, Franz Hadek jun., Siegbert Mauckner, Willi Mauckner, Otmar Petersohn, Johann Pfannes, Josef Pohli, Richard Scheuermann, Roman Schimmel, Peter Schmitt, Fritz Söder, Ernst Stöcker, Hannes Stöcker, Willi Stöcker, Werner Stumpf; 40 Jahre: Klaus Bäuerlein, Ernst Deppisch, Irmtraud Drobek, Georg Eger, Margit Endres, Josef Engelmann, Wolfgang Engelmann, Helga Fröhlich,

Siegfried Graf, Angelika, Franz-Josef und Wilma Haupt, Ingrid Heilmann, Günter Hein, Marion Hein, Siegbert Hein, Elfriede Hirsch, Karl-Heinz Käppner, Arthur Konrad, Hildegard Krönert, Lieselotte Morgenrtoh, Hans Pfannes, Karin Reu, Anton Schmitt, Harald Schmitt, Doris Gerlinde und Robert Stöcker, Beate Walter, Ilse Wolbert, Erwin Wörner. BLSV-Ehrung, 45 Jahre Mitarbeit: Ernst Stöcker, Hannes Stöcker; 35 Jahre: Willi Baußenwein; 30 Jahre: Erich Braun, Horst Haupt, Günter Hein, Hilmar Hein; 25 Jahre: Manfred Eger; 20 Jahre: Jürgen Dorsch, Timo Engelmann, Wolfgang Engelmann, Christian Kümmel, Gerhard Rapp.

Ehrenvorsitzender: Hannes Stöcker;

Ehrenmitglieder: Willi Baußenwein, Peter Schmitt, Ernst Stöcker.