Auch von ganz oben kam der Segen für das neue Fahrzeug der Casteller Feuerwehr. Dekan Günther Klöss-Schuster war gerade mit dem kirchlichen Teil der Feierstunde an der Reihe, als der Regen kam. Die Feier-Gesellschaft zog schnell mit Tischen und Bänken nach innen in die Fahrzeughalle um, wo der Dekan nach wenigen Minuten weiter machen konnte. "Jetzt wird das Auto auch noch getauft", meinte Klöss-Schuster.

Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug, in der Feuerwehr-Sprache kurz HLF10, wurde nun auch offiziell übergeben und vorgestellt. Das bisherige hatte nach fast 30 Jahren seinen Dienst getan. Die Abgaswerte, wie auch das Beschaffen von Ersatzteilen, seien immer mehr zum Problem geworden, erläuterte Kommandant Stefan Gegner bei der Feierstunde.

Er stellte heraus, wie aufwändig die Beschaffung gewesen war. Die Unterlagen zur Ausschreibung umfassen 179 Seiten, die es zu prüfen galt. Gemeinsam mit der Wehr aus Prichsenstadt habe man das Fahrzeug bestellt.

Laster hatte schon die ersten Einsätze

Zunächst hatte Castells Bürgermeister Christian Hähnlein die Gäste begrüßt. Er dankte zum einen seinem Amtsvorgänger Jochen Kramer, der mit dem damaligen Gemeinderat bereits die Weichen für das neue Gefährt gestellt hatte. Dazu stellte Hähnlein das Engagement der Wehr um Kommandant Gegner heraus, die im Vorfeld viel Zeit in die Auswahl und Bestückung des Fahrzeugs gesteckt hatten.

Der Laster vom Typ MAN steht schon seit Dezember in Castell. Er hat sich bereits bei einigen Einsätzen bewährt, nicht zuletzt beim Hochwasser, wie Bürgermeister Hähnlein sagte. Neben dem symbolischen Schlüssel überreichte er später eine Schokoladen-Version des neuen Autos an die Kommandanten.

Die Kosten für das HLF betrugen 379 000 Euro. Als Zuschuss vom Freistaat wurden 95 500 Euro gewährt, den Rest in Höhe von 284 000 Euro steuerte die Gemeinde bei. Die stellvertretende Landrätin Susanne Knof und Kreisbrandrat Dirk Albrecht wünschten der Casteller Wehr viel Glück mit dem neuen Fahrzeug.

Der Casteller Posaunenchor umrahmte den offiziellen Teil musikalisch. Später konnten sich auch die Bürger das neue Fahrzeug und die Ausrüstung anschauen. Dazu hatte die Wehr zu Essen und Getränke eingeladen.