Die Volkacher Obstler werden 120 Jahre alt

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Ein Teil der über 40 geehrten Mitglieder traf sich im Hof des Schelfenhauses. Links außen der Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf und rechts außen Bürgermeister Peter Kornell neben dem ...
Foto: Hanns Strecker

Bei der Feier des Volkacher Obst- und Gartenbauvereins geht's um Biodiversität, Experimente und Wünsche für die Zukunft.

Dass man Obst- und Gartenbaufreunde auch als „Obstler“ bezeichnen kann, erfuhren die Gäste bei der Feier zum 120. Geburtstag des Volkacher Obst- und Gartenbauvereins vom Kitzinger Kreisvorsitzenden Karl Wolf. Und „dass es beim Garteln keine Fehler gibt, sondern nur Experimente“. Im voll besetzten Saal des Schelfenhauses führte der sichtlich stolze Vereinsvorsitzende Franz Lang in bewährter Weise durch das Programm, das durch ein Ensemble der Musikschule begleitet wurde.

Mitglieder sind sehr zufrieden

Was vielleicht dem einen oder anderen unbekannt war ist, „dass sich der Volkacher Gartenbauverein im Jahre 1898 aus dem damaligen Bienenzuchtverein gegründet hatte“, sagte Lang. Er erinnerte an eine Reihe von Fachvorträgen, die in den vergangenen Jahren im Verein abgehalten wurden und beschrieb die Vielzahl von Vereinsaktivitäten wie zum Beispiel die Übernahme von Grün-Patenschaften im Stadtbereich oder die Mitwirkung bei der Landesgartenschau in Würzburg.

Im vergangenen Jahr führte der Verein bei seinen 160 Mitgliedern eine „Zufriedenheitsumfrage“ durch, die mit einem fast einstimmigen „sehr zufrieden“ abschloss. „Man sieht, mit wieviel Herzblut und Begeisterung unser Vereinsleben besteht“, zieht Lang sein Resümee. Mit Sicherheit ein Verdienst des gesamten Vorstandes, der zudem etliche Reisen im In- und Ausland organisiert hatte. Dies erkannte auch der Volkacher Bürgermeister Peter Kornell. „Bei dem vollen Haus hier sieht man, dass ihr Gesellschaft sucht und gern beieinander seid“, sagte Kornell, der gleich eine wichtige Bitte an den Vereinsvorsitzenden hatte: Er bat um Unterstützung, damit möglichst viele verschiedene Pflanzen und Insekten Lebensräume haben. „Biodiversität“ sei hier das Schlagwort.

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Versteinerte Gärten ohne Unkraut

„Es darf nicht darum gehen, einen schönen Rasen zu haben, sondern dass im Garten eine Vielzahl von Blühpflanzen, Kräuter und Bäumen steht“, sagte der Bürgermeister, der es grauenvoll empfindet, wenn man versteinerte Gärten sieht, nur damit kein Unkraut wachsen kann. „Ein schöner, blühender Garten ist die Speise für die Seele.“ Voll des Lobes war er für die Aktivitäten des Vereins bei den städtischen Grünanlagen, so zum Beispiel des Schaubmühlkreisel. „Ohne euch könnten unsere Stadtgärtner das gar nicht schaffen“, erklärte Kornell.

In die gleiche Kerbe schlug auch der Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf, der die Biodiversität als eine große politische Herausforderung sah. „Wenn ich aber euer Vereinsleben so sehe, wird mir dabei nicht Bange“, sagte der Abgeordnete und beglückwünschte die Obstler zu ihrem Vorsitzenden, der „den Stein des Weisen“ bei der Motivation der Mitglieder gefunden habe. Die Anregungen der Politiker nahm Franz Lang gerne auf und betonte, dass auch ihm die Biodiversität sehr am Herzen liege. Für die Zukunft habe er zwei Ziele: Er will die Jugendarbeit intensivieren und hofft auf eine eigene Jugendgruppe. Und im nächsten Jahr möchte er das 200. Mitglied begrüßen.