Zwar verfügt die Stadt Dettelbach mit dem Damm der B 22 über einen recht guten Schutz für Hochwasser-ereignisse. Allerdings nur für die Klasse HQ10 (10-jähriges Hochwasser) und HQ25. Dennoch drücke der Main an einigen Stellen durch, wie die Ingenieure Jörg Hock und Markus Schiffler vom Ingenieurbüro Glückert den Stadträten in der jüngsten Sitzung erklärten. Ein weiterführender Schutz - HQ50 - sei mit einfachen Mitteln zu erreichen.

Dazu müssten alle Durchlässe zuverlässig verschließbar gemacht werden, um das Kanalnetz möglichst lange zu entlasten. Hielten diese Verschlüsse nicht, werde Dettelbach unweigerlich geflutet.

Schiffler wies darauf hin, dass jede Maßnahme gleichzeitig auch verhindert, dass Wasser aus dem rückwärtigen Bereich wieder abfließen kann. Daher sei im Umfeld der Kläranlage der Bau eines Hochwasserpumpwerkes erforderlich.
Die Genehmigung dazu werde vom Wasserwirtschaftsamt allerdings nur bei Vorlage eines schlüssigen Konzeptes erfolgen.

Derzeit werden Durchlässe durch so genannte Blasen verschlossen. Sickerwasser, das durch den Damm drückt, kann abgepumpt werden.

Als größten Schwachpunkt nannte Schiffler die niedrige Mauer entlang der Dettel im Abschnitt des Häfnermarktes. Sie müsse entweder um rund 80 Zentimeter aufgemauert oder es müssten mobile Hochwasserschutzwände angeschafft werden.

Im Stadtteil Mainsondheim genüge es, zehn Schachtdeckel zu verschließen, um einen Schutz bis zu HQ50 zu erreichen. Zuschüsse gibt es nach Kenntnis der Bürgermeisterin nur für Maßnahmen für HQ100, dann könnte die Stadt auch Beiträge bei den Bürgern erheben. Bei HQ50 muss die Stadt alleine für die Kosten aufkommen.
Der Stadtrat beauftragte das Planungsbüro, bis zur nächsten Sitzung die Kosten für die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes zusammenzustellen.