Beim Bratwurstgipfel geht es um Tradition und das Metzgerhandwerk, doch man kann auch Krokodil und Eierlikör kosten. Der neue Bratwurstkönig aus Markt Einersheim erzählt.
„Da nehm' ich doch gleich mal so eine Wurst mit“ – nach seinem Sieg beim Fränkischen Bratwurstgipfel am Sonntag hört Stephan Jamm diesen Satz in seiner Metzgerei häufig. Obwohl er auch sonst eher zu viel als zu wenig zu tun hat, kommen in diesen Tagen noch mehr Kunden in seinen Laden, die neugierig auf die Sieger-Kreationen des Metzgermeisters sind.
Eine Kerwa-Bratwurst und eine griechische Gyroswurst brachten dem 40-Jährigen aus Markt Einersheim den Gesamtsieg beim 8. Fränkischen Bratwurstgipfel in Pegnitz ein. Die Kerwa-Bratwurst entwickelten Stephan Jamm und seine Frau Manuela vor zwei Jahren eigens für die Kirchweih in Markt Einersheim.
Auf Wunsch der Veranstalter kam die Wurst im speziellen Bändeldarm daher, so dass sie sich gut für das Grillen auf einem Rost eignet. „Der Bändeldarm brät sich dann so gut an die Wurst hin, dass sie ganz locker und weich im Biss wird“, so Jamm. Für den Bratwurstgipfel wurde die Wurst dann noch ein wenig perfektioniert.
Griechisches Gyros in Franken
Für die Bewerbung in der Kategorie „Kreativwurst“ musste der Metzger etwas länger überlegen. Schließlich gab das diesjährige Urlaubsziel den Ausschlag. Im Sommer ist eine Reise nach Griechenland geplant – also probierte er eine Kreation mit Feta und Oliven aus. „Die richtige Gewürzmischung dazu war dann schnell gefunden“, erzählt Jamm.
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Noch ausgefallener waren einige Kombinationen der Konkurrenz im Kreativwettbewerb. Eine Metzgerei aus Mittelfranken bot unter dem Namen „Krokodil-danndie“ eine Wurst mit Krokodilfleisch an, für Liebhaber des Süßen gab es die „Schoko-Eierlikör-Bratwurst“. „Das muss man dann aber schon mögen“, sagt Manuela Jamm lachend.
Tradition und Handwerk
Bereits zum 8. Mal wurde der Fränkische Bratwurstkönig im Wiesweiherpark in Pegnitz gekürt. 2010 riefen die fränkischen Handwerkskammern den Wettbewerb ins Leben, um das Handwerk des Metzgers zu würdigen. Zusammen mit dem Verein zur Förderung der fränkischen Bratwurstkultur richten sie seither jährlich den Gipfel aus.
Jamm nahm mit seiner Metzgerei bereits zum zweiten Mal am Bratwurstgipfel teil. Vor zwei Jahren präsentierte er der Jury eine Winzerbratwurst mit Wein und eine Grapfelbratwurst – die setzte sich zusammen aus Griebenschmalz und Apfel. „Damals haben wir das Ganze einfach mal ausprobiert und mit der Grapfelwurst immerhin den dritten Platz gemacht“, sagt Jamm.