Hund, Katze, Kaninchen und Co. – kein Problem für das Kitzinger Tierheim. Vor einer unlösbaren Aufgabe steht das Team aber, wenn jemand Reptilien bringt.
Hund, Katze, Kaninchen und Co. – alles kein Problem für das Kitzinger Tierheim. Vor einer unlösbaren Aufgabe stehen Leiterin Angela Drabant und ihr Team aber, wenn jemand Reptilien bringt. Dafür gebe es weder Platz, noch jemanden, der sich mit Reptilien auskennt. Was die Situation verschärft: „Es gibt im Landkreis keine Auffangstation“, so Drabant. Ausnahme: Für Schildkröten sind zwei Anlaufstellen vorhanden.
Die Zulassung fehlt
Was das Tierheim laut Drabant in Nöte bringt: „Wir müssen eigentlich Tiere aufnehmen“. Die Kehrseite dieses Muss verdeutlicht Uwe Knickel, Chef im Kitzinger Veterinäramt: Das Haus in der Kaltensondheimer Straße habe keine Zulassung für eine Reptilienhaltung und ohnehin keinen Platz für die Tiere: „Die können es nicht leisten.“
Drei Schlangen und zwei Bartagamen
Trotzdem nimmt der Druck zu: In den vergangenen Wochen sei das Heim wegen zwei Bartagamen (eine Echsenart aus Australien) und zwei Schlangen angefragt worden, vor wenigen Tagen sogar wegen einer Königspython. In allen Fällen musste das Team ablehnen und einen Anruf beim Veterinäramt empfehlen.
1#googleAds#100x100
Kapazitäten sind begrenzt
Das ist zwar nicht gerade eine Sackgasse, Knickel und seine Leute tun sich aber beim Vermitteln von Reptilien in der Region schwer. Die nächste Anlaufstelle wäre ein Tierarzt in Gerolzhofen, der aber auch nur begrenzte Kapazitäten habe. Gleiches gelte für den Nürnberger Tiergarten. Lediglich die Uni München, ganz weit weg, hat laut Knickel „eine große Reptilienstation“.
Retter in akuter Unterbringungsnot
Hilfe in akuten Notfällen war zuletzt immer die „Fressnapf“-Filiale im Kitzinger Lochweg. Leiter Armin Keßler nahm zuletzt die zwei im Tierheim angekündigten Bartagamen auf, die immer noch auf neue Besitzer warten. Ein paar Fund-Schlangen, darunter eine, die bei einer Hochzeit in Wiesenbronn auftauchte, hat Keßler schon vermittelt – als Ausnahme-Helfer, damit die „Tiere nicht im Müll landen.“
Steigende Zahl von Fundtieren
Der zeitweilige Trend, Reptilien als Hausgenossen zu halten, scheint nach Knickels Beobachtungen auf dem absteigenden Ast zu sein. Diese zeige auch die zuletzt gestiegene Zahl der „Fundtiere“. Angela Drabant sieht das ähnlich: „Die Leute müssen was Besonderes haben, dann werden sie damit nicht fertig und am Ende heißt es, weg damit.“
Und damit in diesem Fall die Tiere zumindest einige Zeit in richtige und erfahrene Hände kommen, hoffen Knickel und Drabant auf eine Auffangstation im Landkreis. Knickel: „Vielleicht finden sich dafür Leute, die solche Tiere halten“. In dem Fall sei der nötige Sachkundenachweis „vermutlich kein Problem“.