Im Rahmen des derzeitigen Aktionsprogramms „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ mit bundesweit mehr als tausend Veranstaltungen fanden am vergangenen Wochenende zwei Führungen durch die Altstadt von Marktbreit statt. Die Gästeführerin Ulli Zink verstand es nach der allgemeinen Begrüßung durch die Kulturreferentin und Stadträtin Christiane Berneth in gekonnter Weise den unter Corona-Bedingungen teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern aus Marktbreit und Umgebung das Leben der vor Jahrzehnten und Jahrhunderten hier lebenden jüdischen Mitbürger näherzubringen. Mit den Hinweisen auf deren Handelstätigkeiten und Berufsausübungen aber auch auf deren religiöse Rituale und dem Besuch mehrerer Wohn- und Geschäftshäusern wurde früheres jüdisches Leben und Wirken hier sichtbar und erlebbar gemacht. Viele Gebäude im Altort Marktbreits zeigen heute noch recht deutlich Spuren einstigen jüdischen Lebens. An der rechten Seite des Haustür-Rahmens kann man oft noch erkennen, wo eine jüdische Gebetsrolle – genannt „Mesusa“ - angebracht war.

Bei der zweistündigen Stadtführung wurde auch ein derzeit leer stehendes Wohnhaus in der Ochsenfurter Straße mit einer sogenannten Mikwe im Keller besichtigt. Gezeigt wurde bei der Ortsführung unter anderem auch die frühere Synagoge zwischen Schustergasse und Pfarrgasse und das damalige jüdische Schulhaus in der Pförtleinsgasse. Die hochinteressante Führung endete in der Bahnhofstraße mit dem Symbolkoffer als Hinweis auf die Gedenkstätte in der sogenannten „Aumühle“ in Würzburg zur steten Erinnerung an die Deportationen der mainfränkischen Juden in die Vernichtungslager des Naziregimes.

Von: Walter Härtlein für die Stadt Marktbreit.