Wie bereits im letzten Jahr musste der Weinbauverein Großlangheim wegen der Corona-Situation und der damit verbundenen Abstandsregeln die Ausbringung der RAK-Ampullen zur Verwirrung des Traubenwicklers erneut anders regeln. In kleinen Gruppen, bestehend aus der eigenen Familie, wurden die Ampullen ausgehängt. Die gemeinschaftliche Zusammenkunft musste leider auch dieses Jahr entfallen.

Normalerweise spazieren bis zu 100 Personen innerhalb zwei bis drei Stunden, darunter Winzer und Interessierte, durch die Großlangheimer Weinberge um am Ende gemeinsam eine deftige Brotzeit, Kaffee und Kuchen, und das eine und andere Glas Wein zu genießen.

Als Beitrag zum Naturschutz, aber im Besonderen, zur  Stärkung des Zusammenhalts und der Gemeinschaft, ist das alljährlich ein beliebtes Ereignis für alle Teilnehmenden.

Der Traubenwickler ist ein gefährlicher Schädling der fast in den kompletten europäischen Weinbergen vorkommt. Zur Begattungszeit legt er seine Larven in die Gescheine, die zukünftigen Trauben, ab. Die entstehenden Fraßschäden der Larven an den Trauben führt dazu, dass die Trauben nicht weiter zu Wein verarbeitet werden können, da die Grauschimmelfäule auftritt.

Mit dem Aushängen der RAK-Ampullen erspart sich der Winzer bis zu drei chemische Behandlungen der Weinreben, fördert das Bodenleben und stört Nützlinge, wie Schmetterlinge und Bienen, nicht in ihrer aktiven Phase.

Die Ampullen enthalten den Sexuallockstoff der weiblichen Tiere und verwirren die Männchen in der Begattungszeit, sodass keine Befruchtung und Eiablage stattfindet.

Diese biologische Verwirrmethode benötigt ein großes, zusammenhängendes Gebiet, um zum Erfolg zu gelangen.

Die Winzer vom Kiliansberg machen sich diesen biologischen Vorgang auf einer Fläche von 70 Hektar bereits seit zwölf Jahren zu Nutzen.

Rund um den Schwanberg hängen auch die Winzer der Gemeinden Castell, Wiesenbronn und Rödelsee die RAK-Ampullen aus.

Von: Björn Grebner, Weinbauverein Großlangheim.