Mehrere Felder bei Münchberg in Flammen: Die Feuerwehren im Landkreis Hof mussten am Donnerstag (4. August 2022) gleich zu zwei Feldbränden ausrücken, die unter anderem aufgrund der aktuellen Hitzewelle ausgebrochen waren. In einem Fall drohte das Feuer sogar auf eine angrenzende Wohnsiedlung überzugreifen.

Ein Landwirt war in der Nähe von Stammbach gerade damit beschäftigt, auf einem Feld Ballen zu pressen, als die Maschine aufgrund eines technischen Defekts plötzlich Feuer fing.  Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, hatte sich der Brand bereits in Richtung des Laubesreuther Weges ausgebreitet und "drohte auf Häuser überzugreifen", wie Andreas Hentschel, Einsatzleiter der Feuerwehr Münchberg, im Gespräch mit der Agentur News5 erklärte. Das Feuer breitete sich über das gesamte Feld bis nach Laubersreuth aus und entzündete dort ein Waldstück.

Feuer bei Münchberg: etliche Einsatzkräfte stundenlang vor Ort

Aufgrund der Größe der brennenden Fläche mussten alle Feuerwehren des Dienstbereiches sowie angrenzende Truppen anrücken. Die Ballenpresse brannte komplett aus. Nach rund vier Stunden schafften es die Einsatzkräfte schließlich, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, wie die Polizeiinspektion Münchberg berichtet. Die Brandnester mussten allerdings weiterhin beaufsichtigt werden, was sich bis in die Nacht hinzog. Der entstandene Schaden wird auf rund 200.000 Euro geschätzt.

Auch Münchbergs Bürgermeister Christian Zuber war als Anwohner direkt vom Brandgeschehen betroffen: "Großen Respekt an unsere Einsatzkräfte: Die kommen von einem Einsatz zum anderen. Vorhin hat ein Kamerad zu mir gesagt: 'Ich kann nicht mehr!' Er brauche jetzt wirklich mal eine Ablösung." Durch den auffrischenden Wind sei das Feuer nahe an die Wohnhäuser herangerückt. "Es kann ganz schnell gehen und dann steht die halbe Siedlung in Flammen", warnte Zuber.

"Es hat sich so schnell ausgebreitet, dass man gar nichts mehr machen konnte", berichtete er weiter. Eigene Löschversuche der Anwohner mit dem Gartenschlauch scheiterten. "Da ist man als Normalsterblicher relativ hilflos." Mehrere Landwirte haben die Feuerwehr mit Wasserfässern unterstützt. Rund zehn Hektar sollen niedergebrannt sein.

Zweites Feuer auf Feld: Trockenheit als Brandbeschleuniger

"Die zahlreichen Einsätze gehen bei dieser Hitze an die Grenze", sagte Andreas Hentschel bezüglich der aktuellen Wald- und Flächenbrände. Die Münchberger Einsatzkräfte mussten sogar einen anderen Brandort verlassen, wo sie zuvor Truppen bei Löscharbeiten unterstützt hatten: Bei Drescharbeiten "Am Eibenberg" hatte das Braugerste-Feld plötzlich Feuer gefangen. Auslöser war vermutlich eine Funkenbildung in den Schleifkufen des Schneidwerks, wie die Polizei meldet.

Aufgrund der starken Trockenheit breitete sich das Feuer rasant aus und griff auf einen gestapelten Brennholzhaufen über. Die Feuerwehren Münchberg und Weißdorf konnten in Zusammenarbeit mit mehreren Landwirten das Feuer eindämmen. Der entstandene Sachschaden beträgt hier etwa 3000 Euro.

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