• 150 Jahre Wärschtlamo: Stadt Hof präsentiert überarbeitetes Logo 
  • Erste Version hatte bei Facebook viele negative Kommentare für Design des Markenzeichens ausgelöst
  • Sechs "Wärschtlamänner" verkaufen die "Wienerla", "Gnagger" und Bauernwürste in Hofer Innenstadt

Die Stadt Hof hat beim "Wärschtlamo"-Logo nachgebessert: "Nach verschiedenen Sitzungen, weiteren konstruktiven Rückmeldungen und schließlich einem Feinschliff steht nun das offizielle Wärschtlamo-Bild fest", berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung.

Endgültige Wärschtlamo-Grafik präsentiert: "Zustimmung und die Zufriedenheit sind groß"

Darin werden auch auf die vorgenommenen  Korrekturen beschrieben: Der Messingkessel habe nun ein Senftöpfchen dazu bekommen, der Wärschtlakasten selbst sei farblich abgesetzt worden, der Wärschtlamo selbst trage eine blaue Kappe. „Die sympathische Wärschtlamo-Darstellung wirkt vertraut wie das Original. Es ist ein sehr harmonisches Bild entstanden, die Zustimmung und die Zufriedenheit sind groß“, wird Oberbürgermeisterin Eva Döhla zitiert. „Damit können wir den 150. Geburtstag des Wärschtlamos gebührend feiern.“

Die Reaktionen auf Facebook auf die überarbeitete Version fallen fast ausnahmslos positiv auf. Der Grundtenor der Kommentare: "Viel besser als der erste Versuch." 

Das spielt auf eine frühere Version des Würstchenmann-Logos an, das Anfang Februar von der Stadt präsentiert worden war. Damals erhielt der Facebook-Post der Stadt zum neuen "Wärschtlamo"-Logo jede Menge "Gefällt mir"-Reaktionen. In der Kommentarspalte sah es aber ganz anders aus - sie las sich wie ein Shitshorm.

Negative Reaktionen auf erste Version: "Selten ein solch schlechtes Logo gesehen"

Nur wenige Nutzer fanden das Logo damals passend und gelungen, negative  Beiträge hatten sich gehäuft: "Selten ein solch schlechtes Logo gesehen. Das ist ja wirklich jämmerlich", postet ein User. Eine Nutzerin finde: "Das Logo ist ein Alptraum. Da blutet mein Designerherz." Andere Kommentatoren fragen: "Das neue Logo kann nicht euer Ernst sein, oder?" und "Wie kann man den Hofer Wärschtlamo nur so verschandeln?"

Laut einem Facebook-User würde sich die "Tradition" des Wurstverkäufers auch am Gestalten der Flyer und Logos zeigen:  "Also, dass die Stadt ihre Flyer mit Word´98 macht, daran hab ich mich ja mittlerweile gewöhnt und amüsiere mich jedesmal köstlich. Aber, dass man mit Paint´95 immer noch arbeitet, das heut mich echt um. Das ist PEINLICH ! Bitte bringt das nicht in Umlauf." Dieser Kommentar gefällt derzeit 38 Menschen, was die Ablehnung unterstreicht. 

Der traditionelle "Wärschtlamo" (für alle nicht-Franken: Würstchenmann) hat in Hof einen ganz besonderen Stellenwert - und das bereits seit 1871. Laut Klaus Jochen Weidner vom Hofer Stadtmarketing und Tourismus sei „der Wärschtlamo ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Hof. Er ist unser Repräsentant für den Genussort Hof und für die Genussregion Oberfranken.“ Seit September 2020 arbeiten die Mitarbeiter des Hofer Stadtmarketings deshalb an der Vorbereitung des 150-jährigen Jubiläums. "Eine Rundumerneuerung des Wärschtlamo-Logos war angesagt. Jetzt wirkt der Würstchenverkäufer frisch und munter mitsamt typischem Brötchenkorb, Messingkessel und einem Paar Wiener in der Semmel", heißt es Anfang Februar in einer Pressemitteilung zur Online-Pressekonferenz. Wie die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla bei der Pressekonferenz zum Wurstverkäufer-Jubiläum betont hatte, sei der Wärschtlamo in Hof "gelebte und geliebte Tradition - seit 1871".

Im Zeichen des "Wärschtlamos": Schokolade, Schnaps und Senf 

Abgesehen vom Wärschtlamo-Logo hat sich die anlässlich des 150-jährigen Jubiläums noch etwas Besonderes ausgedacht. Auf der Online-Pressekonferenz wurde ein neues Genusspaket vorgestellt. Dazu gehören Pralinen, Fair-Trade-Schokolade und ein eigens gebrannter Schnaps. „Einen Wärschtlamo ohne seinen Senf gibt es nicht“, sagt Silvia Gulden, die Geschäftsführerin des Stadtmarketing e.V. Deshalb habe man sich entschieden, auch Senf im Glas anzubieten: Ein in Hof gegründeter Feinkost-Hersteller fertigte eine Jubiläumsedition des „Original Hofer Wärschtlamo-Senfs“.

Heute verkaufen sechs Wärschtlamänner aus dem heißen Messingkessel heraus die in Hof hergestellten Wärscht. Highlights sind unter anderem "Wienerla", "Gnagger" und Bauernwürste. Noch heute schallt, wie vor 150 Jahren, der Spruch der Wärschtlamänner durch die Innenstadt: „Haaß sensa, kold wernsa!“

Marcus Traub ist einer der Wärschtlamänner. Seit 18 Jahren steht er mit seinem Kessel und dem Brötchenkorb am Oberen Tor und trotzt Wind und Wetter. „Mir macht es viel Spaß und für mich geht nichts über einen Plausch mit meinen Kunden.“ Er freut sich über das neue Jubiläums-Logo: „So schön war der Wärschtlamo noch nie“, sagt Traub mit einem Augenzwinkern.  

Die Stadt Hof hat drei weitere Parkscheinautomaten mit einer "Brötchentaste" ausgestattet. Sie ermöglichen kostenfreies Parken in der Ludwigstraße.