Heike H. aus Naila seit 1986 spurlos verschwunden: Ermittler suchten am Samstag (16. Mai 2020) ein Waldstück bei Naila (Landkreis Hof) ab, berichtet die Polizei inFranken.de.

Dabei war ein Archäologiehund im Einsatz, der nach den sterblichen Überresten von Heike H. suchte. Das Tier kann menschliche Knochen bis in zweieinhalb Meter Tiefe aufspüren. Heike H. wird seit mehr als drei Jahrzehnten vermisst.

18-Jährige verschwand 1986 - neue Spur führte zu Staatsstraße

Am späten Abend des 4. November 1986 war die 18-Jährige aus Naila spurlos verschwunden. Danach führte insbesondere die Kriminalpolizei Hof umfangreiche Ermittlungen zu dem Aufenthaltsort der jungen Frau durch. Auch ein Verbrechen konnte nicht ausgeschlossen werden.

Vor rund eineinhalb Jahren gab es dann eine neue Spur in dem Fall. Die Ermittlungen ließen eine Verbindung zwischen dem Verschwinden der damals 18–jährigen Frau im Jahr 1986 und einer Staatsstraße in Oberfranken vermuten. Die Straße zwischen Naila und Bad Steben war damals zusammen mit dem Radweg neu gebaut worden. War dort die Leiche von Heike H. bei den Bauarbeiten vergraben worden?

Staatsstraße bei Naila wird aufgegraben

Mit Wissenschaftlern der Technischen Universität München und der Obersten Denkmalschutzbehörde gelang es der Polizei, durch den mehrmaligen Einsatz verschiedener Geoprospektionsmethoden, insbesondere Bodenradar, eine Bodenanomalie im Bereich eines Straßenstücks der Staatsstraße ST2195 bei Marxgrün festzustellen.

Dann beschlossen die Kripobeamten, einen eher ungewöhnlichen Weg zu beschreiten und zusätzlich einen Archäologiehund einzusetzen. Der speziell für den Geruch alter Menschenknochen ausgebildete Hund konnte zusammen mit seinem Führer im mehrmaligen Arbeitseinsatz schließlich die relevante Stelle auf wenige Meter eingrenzen. In einer Nacht wurde dann ein Teil der Staatsstraße 2195 zwischen Naila und Bad Steben geöffnet.

Dabei kam es zu einer ernüchternden Erkenntnis: Bei der durch den Einsatz des Bodenradars angezeigten Bodenanomalie handelte es sich um ein Betonstück mit einer Länge von 2,30 Meter, einer Breite von bis zu 60 Zentimetern und zirka 40 Zentimetern Tiefe.

Spurhund findet keine Leiche - Fall bleibt ungelöst

Eineinhalb Jahre später wurde nun am Samstag (16. Mai 2020) das Waldstück oberhalb der Staatsstraße abgesucht, erläutert die Polizei inFranken.de. Der Bereich liegt an einer Böschung und ist damit schwer zugänglich.

Allerdings wurde der erneut eingesetzte Archäologiehund nicht fündig. Der Fall um das rätselhafte Verschwinden von Heike H. bleibt bis heute ungeklärt.