Platz vier in den Album-Charts, Auftritte vor mehreren tausend Fans: Für die Party-Band "Dorfrocker" aus dem 1000-Seelen-Dorf Kirchaich im Landkreis Haßberge läuft es derzeit wie geschmiert. Umso ärgerlicher ist die öffentliche Diskussion um den Titel "Die Glöcknerin von Dingolfing", die derzeit vor allem im Internet geführt wird.

Einige Bewohner des kleinen Städtchens in Niederbayern finden das neue Lied nämlich gar nicht so spaßig. In dem schlüpfrigen Song heißt es unter anderem: "Bei Gejohle und viel Applaus holt sie ihre Glocken raus, es ist so schön, wie sie die Glocken schwingt, ding dong klingelingeling, die Glöcknerin von Dingolfing". Der Kommentar eines Users auf YouTube, wo das Video auf der offiziellen Seite der "Dorfrocker" zu sehen ist: "Eine Beleidigung für unser schönes Dingolfing". Selbst die Lokalzeitung "Dingolfinger Anzeiger" beschäftigte sich mit dem Thema. In einem Kommentar spricht ein Redakteur von einer "Peinlichkeit".



Die "Dorfrocker"-Brüder Philipp, Tobias und Markus Thomann können die Aufregung nicht nachvollziehen. "Jemand, der sich über die Glöcknerin von Dingolfing aufregt, zählt wahrscheinlich auch nach, ob alle Buchstaben in seiner Buchstabensuppe drin sind", meint Bandmitglied Philipp Thomann. Man habe keineswegs die Absicht gehabt, jemanden zu beleidigen. "Wir wollen mit dem Lied den Leuten Spaß bereiten und sicherlich keinen Glocken-Krieg führen."


"Super! Echt der Wahnsinn"
Dass bei einem Großteil der Internetgemeinde genau diese Botschaft angekommen ist, zeigen die übrigen Reaktionen auf der YouTube-Seite. "Wieder ein geiles Lied von den Dorfrockern, weiter so", schreibt eine Userin. Und ein anderer Fan meint: "Super! Echt der Wahnsinn - von einem echten Dingolfinger."

Die "Dorfrocker" betonen, dass der Song bei den Live-Auftritten sehr gut ankommt. "Das Feedback, das wir bekommen haben, und die Reaktionen auf unserer Facebook-Seite zeigen, dass sich die große Mehrheit über die ganze Thematik eher amüsiert", sagt Thomann. Es seien nur ein paar Einzelne, die sich im Internet anonym über das Lied aufregen. "Aber die gehen wahrscheinlich auch zum Lachen in den Keller."

Bereits einmal hatte eine Aktion der fränkischen Musikgruppe für mächtig Wirbel gesorgt. Vor knapp einem Jahr drehte die Band mit Nackt-Model Micaela Schäfer im beschaulichen Fabrikschleichach mitten im Steigerwald ein freizügiges Musikvideo. Pikant: Der Dreh fand in einer Kirche statt.