Die Kreisstadt geht neue Wege, um sich fit für die Zukunft zu machen und sich gut aufzustellen, wie man heutzutage sagen würde. Als erste Kommune im Landkreis hat Haßfurt einen Stadtmanager eingestellt. Marc Heinz beginnt in diesen Tagen mit seiner Arbeit. Der 43-Jährige wurde am Donnerstag im Rathaus vorgestellt.

Im Jahr 2015 hatte der Haßfurter Stadtrat beschlossen, ein Konzept für das Stadtmarketing zu erarbeiten. "Wenn man ein gescheites Haus bauen will, dann braucht man ein gutes Fundament", begründete der Bürgermeister Günther Werner (FW) die lange Vorbereitungszeit von zwei Jahren. Das Konzept steht, und ein wesentlicher Punkt darin ist die Tätigkeit eines Stadtmanagers. Diese Aufgabe übernimmt Marc Heinz.


Die Zielrichtung

Mit dem Konzept und dem Stadtmanager "wollen wir Haßfurt nach vorne bringen", sagte Werner zur Zielrichtung. "Wir möchten einiges bewegen."

Marc Heinz ist kein Angestellter der Stadt. Sein Arbeitsverhältnis besteht mit dem neuen Stadtmarketingverein, dessen Vorsitzender der Bürgermeister Günther Werner ist. Der Zweite Vorsitzende ist Stadtrat Hachem Farmand, der vor allem wegen seiner Tätigkeit für den Aktionskreis Haßfurt aktiv (Aha) bekannt ist. Weiter sind im Verein als Beisitzer der Unternehmer Felix Hart und Stephan Schneider von der Stadtverwaltung. Der Kassier ist der Kämmerer Wolfgang Hömer.

Allein diese personelle Besetzung macht schon deutlich, dass Heinz künftig eng mit der Stadt zusammenarbeiten wird und muss. Sein Büro befindet sich im Rathaus. Das bedeutet kurze Wege für den Stadtmanager und für den Bürgermeister und Vereinsvorsitzenden. Die von der Regierung geförderte Stelle ist auf drei Jahre befristet; dann wird man sehen, wie es weitergeht. Sowohl Marc Heinz als auch die Stadt gehen davon aus und wünschen, dass das Konzept und der Stadtmanager eine längerfristige Option sind. Alles andere würde wenig Sinn machen, hieß es.

Was macht der neue Stadtmanager? "Ich bin eingestellt worden, damit ich Verknüpfungen schaffe", sagte er bei seiner Vorstellung. Jetzt gehe es erst einmal darum, die Stadt und ihre Personen und Einrichtungen kennenzulernen, Stimmungen einzufangen sowie Wünsche und Anregungen aufzunehmen. Als ein Ziel beschrieb Marc Heinz, die Haßfurter sollten sich mit ihrer Stadt identifizieren. Man solle die eigene Stadt wertschätzen, wünscht er. Tourismus, Kultur, Gewerbe sind nach seiner Auffassung die Felder, die es zu bearbeiten gilt. Wichtig ist ihm: "Ich will dieses Einzeldenken wegkriegen." Er möchte die Zusammenarbeit forcieren.


Für mehr Gemeinsamkeit

Ein konkretes Konflikpotenzial ist in Haßfurt die Konkurrenz zwischen Innenstadt und Gewerbegebiet Ost. Allerdings, so machte Hachem Farmand deutlich, seien diese Probleme aktuell kein Thema. "Wir sind harmonisch im Moment", sagte der Aha-Sprecher. Wichtig ist ihm, dass alle Gruppen in Haßfurt zusammengeführt werden mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten.

Marc Heinz betonte zu dem Konflikt, ohne auf die Einzelheiten einzugehen, die Stadt Haßfurt brauche beides: Innenstadt und Gewerbegebiet. "Man sollte nach vorne blicken", meint er.

Die Vorstellung des neuen Stadtmanagers machte deutlich, dass es in Haßfurt offenbar viele Ansprüche, Wünsche und Vorgaben unter einen Hut zu bringen gilt. Stephan Schneider von der Stadtverwaltung beschrieb es so: Der Stadtmanager müsse "Kommunikation und Organisation mit den Handelnden vor Ort" in die Tat umsetzen. Die Handelnden bleiben tätig, wie der Aha, der Straßenfest-Förderkreis oder das Kulturamt.
Hachem Farmand beschrieb mehrere Säulen, die zusammenzuführen seien. Er nannte die Kultur, den Tourismus, das Gewerbe mit dem Aha sowie die Stadt selbst. Angesprochen wurde auch noch das Leerstandsmanagement, aber da ist die Stadt schon dran.


Herausforderungen

Für Hachem Farmand steht der Stadtmanager vor einigen Herausforderungen. "Er wird eine große kommunikative Aufgabe haben", sagte er. Den Stadtmanager und den Stadtmarketingverein sieht Farmand als eine Art Dach über den anderen Institutionen und Säulen.

Marc Heinz ist der erste Stadtmanager im Kreis Haßberge. Andere Kommunen haben eine solche Stelle bisher nicht geschaffen. Allerdings gibt es solche Positionen bereits in den größeren Städten in der Umgebung, zum Beispiel in Bamberg und in Schweinfurt. Die Namen sind teilweise anders (Citymanager etwa) ebenso wie die Aufgaben, Ziele und die Tätigkeiten.