Die Dauerausstellung des Jagdmalers Schütz in der Xaver-Mayr-Galerie in Ebern bekommt "Konkurrenz." Am Kirchweihsonntag wurde in den Räumen der Galerie die Ausstellung des Künstlers Gerhard Rießbeck eröffnet. "Pfarrer Bernd Grosser ist nicht ganz unschuldig, dass die Ausstellung nach Ebern gekommen ist, sagte Stefan Andritschke vom Bürgerverein Ebern vor zahlreichen Besuchern der Vernissage. Die Ausstellung geht bis zum 2. November.

Mit dieser Ausstellung verfolge der Bürgerverein sein Konzept. "Wenn wir nur Bilder von Willi Schütz zeigen, wird das irgendwann für die Besucher uninteressant, weshalb wir gerne anderen Künstlern die Gelegenheit geben, in der Xaver-Mayr-Galerie auszustellen", sagte Andritschke. Der Bürgerverein sei gerne bereit, fränkischen Künstlern ein Forum zu bieten.

Pfarrer Bernd Grosser sagte in seinem Grußwort: "Gerhard Rießbeck kann mehr als nur Luftballons malen, das haben wir schnell gemerkt." Er schaffe es, mit seinen Werken Stimmungen und Gefühle zu wecken, aber auch zu provozieren. Damit spielte der Geistliche auf das Kunstwerk an, welches demnächst in der Christuskirche in Ebern zu sehen sein wird.

"Expeditionsmaler"

Begeistert von den Werken und der Vorstellungskraft des Künstlers Gerhard Rießbeck zeigte sich Professor Ralf Frisch, der Rießbeck vorstellte und einige seiner Werke erläuterte. Es sei ganz gut so, dass man was über Rießbeck erfahre, bevor sein Werk in der evangelischen Christuskirche präsentiert werde. "Ebern scheint mir der Nabel künstlerischer Gegenwartskunst zu sein", sagte Frisch, denn sowohl die evangelische- als auch die katholische Kirche zeigten Werke von Gegenwartskünstlern. Rießbeck sei weit gereist, er wäre quasi ein "Expeditionsmaler."

Der Künstler finde seine Motive an Grenzen elementarer Landschaften und man habe es mit einem zu tun, der malen könne. "Bei Gerhard Rießbeck sehen wir deutlich, dass Kunst von Können kommt", so Professor Frisch. In seinen Werken sehe man faszinierende Landschaften, ohne sich darin aufhalten zu müssen. "Na ja, Rießbeck malt nicht nur Natur und Menschen sondern auch Bilder, wo Dinge geschehen die nicht real sind."

Seine Bilder entstünden aus Freiheit und Vorstellungskraft, und das mache den Maler zu einem freien Menschen. "Jedes seiner Bilder enthält eine kleine Dosis Gift, etwas verwirrend beim Betrachten." Seine Kunst zeige die Welt, wie sie sich manche gerne ersehnen. Auf das Werk von Rießbeck in der Christuskirche in Ebern eingehend sagte der Professor: "Dieses produziert theologische Diskussionen, und man muss sich schon damit beschäftigen um es zu verstehen."

Schließlich lud Frisch die Besucher der Vernissage zu "einer Reise durch den Kosmos des Künstlers Gerhard Rießbeck" ein, verbunden mit der Hoffnung, dass sich an den Werken des Künstlers Dialoge zwischen den Besuchern entzünden.