Als einer der ersten Sportvereine der Region wurde der TSV Kirchaich vor 90 Jahren gegründet - und bis heute ist er erfolgreich, hervorragend organisiert und von beispielhafter Solidarität getragen. Dieser Zusammenhalt wurde auch beim Kommersabend zum Jubiläum deutlich. Für 65 Jahre Mitgliedschaft wurden Rudi Rumpel und Willi Folger geehrt - unter stehendem Applaus des gesamten heutigen Vorstands.

Rumpel ist 1929 geboren, war aktiver Spieler und ist heute noch geschätzter und stetsbestens informierter Fan am Spielfeldrand. Er kennt die jungen Fußballer, die in seinen Vereinsfarben auf dem neuen Sportplatz für den TSV antreten. Rumpel fiebert mit den anderen Anhängern und drückt die Daumen für seinen Verein, dessen Erste Mannschaft derzeit in der Kreisklasse antritt.

Vorsitzender Norbert Hartmann war früher selbst aktiver Spieler des TSV, so wie der größte Teil des heutigen Vorstands.
Hartmannerinnerte an die Gründungszeit, aus der nicht viele schriftliche Dokumente erhalten seien. Nachgewiesen ist allerdings, dass sich 1924 zwölf junge Burschen zur Vereinsgründung entschlossen. Im Mittelpunkt des Interesses standen damals das Radfahren und die Leichtathletik. Vereine galten noch als politisch verdächtig, Versammlungen mussten angemeldet und genehmigt werden. Frauen und Jugendliche durften nicht aufgenommen werden.

1949 begann der Fußballspielbetrieb auf dem ersten Sportplatz Am Lindig. Vor rund zehn Jahren entstand das heutige Spielfeld etwas außerhalb der Ortschaft. Vor zwei Jahren wurde ein Kleinspielfeld gebaut.

Mit einer Reihe "Wisst-ihr-noch-Geschichten" erinnerte Schirmherr Peter Deusel seine Freunde an Begebenheiten aus der Vereinshistorie. Heute ist Deusel Bürgermeister von Lisberg, von 1984 bis 1990 trainierte er den TSV und führte die Mannschaft in die damalige A-Klasse (heute Kreisliga).

Am besten habe ihm in Kirchaich der Zusammenhalt gefallen, der Teamgeist in der Mannschaft ebenso wie die Treue der Fans und der bedingungslose Rückhalt im Dorf: "Bei Siegen und bei Niederlagen."

Für den Vereinswirt Andres Neundörfer "war ich ein Missionar", erzählte Deusel, der dem TSV Kirchaich eine "sportlich dominierende Rolle hier im Aurach-Grund" bescheinigte. Dass der Verein gut funktioniert, zeige auch, dass sich so viele ehemalige Spieler der Verantwortung im Vorstand stellen. Aus der "Weißt-du-noch"-Kategorie erinnerte er an die Stelle Post im Trainingslager, an Astralkörper, ans ausgedehnte Nachfeiern, die mit Lucky Siedlers "Ein schöner Tag ward uns beschert" ausklangen - und an das Entscheidungsspiel in Geiselwind, bei dem er als Trainer mit Bodyguards vom Platz geführt werden musste.

Pionierarbeit im nördlichen Steigerwald bescheinigte auch Oberaurachs Zweiter Bürgermeister Hans Albert dem TSV Kirchaich, der immer herausragende Spielerpersönlichkeiten hervorgebracht habe und in der Jugendarbeit glänze. Die Bedeutung der kleinen Vereine und des Ehrenamts unterstrich der stellvertretende Kreisvorsitzende des BLSV-Kreises Haßberge, Gerald Makowski. Aus alter Verbundenheit stattete auch der BLSV-Bezirksvorsitzende Günther Jackl einen Besuch ab. Er erinnerte sich, die Kirchaicher "auch in nicht so rosigen Angelegenheiten" begleitet zu haben.

Auch der Fußballverband und die Schiedsrichtergruppe Haßberge gratulierten. Anerkennung galt dem TSV dafür, dass er sechs Schiedsrichter stellt und demnächst ein siebter die Prüfung absolviert. Glückwünsche überbrachten die drei Patenverein Rot-Weiß Lisberg, TSV Dankenfeld und Frankonia Schönbrunn sowie die Kirchaicher Vereine und die Nachbar-Sportvereine aus Oberaurach.

Sehr unterhaltsam wurde es nach den Ehrungen, als Werner Burger zu einer bebilderten Zeitreise einlud. Die Gäste erlebten, wie aus dem "Radsportverein Pfeil" der "Tuspo Kirchaich" und schließlich der TSV wurde. Auf den Bildern fanden viele den Großvater, den Vater oder sich selbst.


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5: Wer seit 55 Jahren einem Verein angehört, kann zu Recht als Urgestein bezeichnet werden, wie diese TSV-Mitglieder.

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7: Rudi Rumpel gehört seit 65 Jahren dem TSV Kirchaich an. 1929 wurde er geboren, schon als Junge gehörte sein Herz dem Fußball, er war aktiver Spieler und gehört noch heute zu den fachkundigsten und treusten Fans seines TSV.