• Tierheim Haßberge und Tierheim Schwebheim kümmern sich um gerettete Katzen
  • Tierschützer befreiten Ende Juni 27 Katzen aus Zwei-Zimmer-Wohnung
  • Katzen wurden geimpft und kastriert - einige Tiere können bereits vermittelt werden

"Wir sind im ersten Moment immer schockiert", erklärt Britta Merkel, Leiterin des Tierheims Haßberge, inFranken.de. Ende Juni seien bei einer Zwangsräumung zunächst das Veterinäramt und anschließend auch die Tierschützer der Tierschutzinitiative Haßberge zu Hilfe gerufen worden. "Das war eine Wohnung, die zur Hälfte nur aus Müll bestanden hat", so Merkel. Mitten in dieser Wohnung haben die Tierschützer 27 Katzen unterschiedlichsten Alters gefunden. Im Bad habe man den Müll zunächst zur Seite schieben müssen, um an die Tiere heranzukommen.

Tierheim Haßberge: Jüngstes Kätzchen nur wenige Wochen alt

Das jüngste gefundene Tier sei nur etwa drei bis vier Wochen alt gewesen, das älteste etwa acht oder neun Jahre. Da auch die jungen Tiere nicht gleich alt seien, gehen die Tierschützer davon aus, dass sich in der Wohnung ursprünglich noch mehr Katzen befanden. Einige Wurfgeschwister seien vermutlich verstorben. Britta Merkel findet deutliche Worte für den Anblick der Wohnung: Es seien "völlig katastrophale Zustände" gewesen. Die Katzen seien von den Tierschützern nach der Rettung zunächst unter Quarantäne gestellt worden. "Wenn so viele Tiere aufeinander leben, muss man mit allem rechnen", erklärt die Tierheimleiterin. Seuchen seien beispielsweise eine Gefahr. Da die Kot- und Blutproben der Tiere aber glücklicherweise alle negativ waren, konnte anschließend mit dem Impfen und Kastrieren angefangen werden.

17 Katzen wurden im Tierheim Haßberge aufgenommen. Zehn Katzen habe das Tierheim Schwebheim ihnen abgenommen, so Merkel. "Die adulten Tiere können vermittelt werden", erklärt sie. Diese könne man bereits auf der Internetseite der Tierschutzinitiative Haßberge finden. Mit der Vermittlung der fünf jungen Katzen, die sich im Tierheim befinden, möchte Merkel noch etwas warten. In der Kinderstube des Tierheims spielten sie momentan sehr viel miteinander.

Die Katzen müssten in jedem Fall an neue Besitzer*innen vermittelt werden, die eine "Engelsgeduld" haben. Die jungen Tiere hätten sich keinesfalls schon ganz erholt. "Die haben Angst vor Menschen" und würden teilweise zittern, sobald sie angefasst werden. Sie würden zwar nicht beißen oder kratzen aber "sie gehen in sich, wenn man sie anfasst". Da sich unter den 27 geretteten Tieren nur neun Weibchen befanden, bräuchten diese auch noch Erholung. Sie hätten im Tierheim jetzt Rückzugsmöglichkeit und könnten zur Ruhe kommen, in der Zwei-Zimmer-Wohnung mit so vielen unkastrierten Männchen sei das nicht möglich gewesen.

Nach Rettung aus Zwei-Zimmer-Wohnung: Erste Katzen können vermittelt werden

"Man sagt immer Tierheim ist keine Dauerlösung, aber sie haben es hier tausendmal schöner als in dieser Wohnung", betont Merkel.

Bei Rettungsaktionen wie dieser, bei der die Bewohner der Wohnung bereits in staatlicher Betreuung waren, frage sie sich immer, warum die Tierschützer nicht früher informiert werden: "Ich frage mich, warum das so eskalieren muss." Nach so einer negativen Erfahrung mache es den Tierschützern dann aber natürlich Freude, wenn es mit den Tieren bergauf gehe. Bereits Anfang Juni gab es im Tierheim Haßberge eine ähnliche Rettungsaktion: Im Tierheim Haßberge wurden 70 Meerschweinchen und mehrere Kaninchen aufgepäppelt. Die Tierheimleitung fand die Tiere in "katastrophalem" Zustand vor - "die haben sich schon gegenseitig angefressen."

Im benachbarten Landkreis Bamberg läuft aktuell die Suche nach einem Heckschützen. Einem Kater wurden die Vorderläufe durchschossen: Mehr im Plus-Artikel vom Fränkischen Tag.