Es hat ganz schön geblasen in der Nacht zum Freitag. Sturmtief "Thomas" hat auch den Landkreis Haßberge erwischt. Aber eher nur am Rande, wie die Schadensbilanz von Feuerwehr, Rettungsleitstelle und Polizei am Freitag ergeben hat. Der Landkreis hatte Glück.

Die Integrierte Leitstelle/ILS in Schweinfurt registrierte 36 Einsätze in der gesamten Region Main-Rhön. 13 davon entfielen auf den Landkreis Haßberge.

Der Schwerpunkt lag im Norden und Nordosten des Kreises. Der gravierendste Vorfall wurde aus Ermershausen gemeldet.

Gegen 21 Uhr hatte der Sturm dort ein etwa 80 Quadratmeter großes, erst vor wenigen Jahren errichtetes Blechdach eines Nebengebäudes abgehoben, und es knallte gegen das Haus. Der Eingangsbereich und ein davor stehendes Auto wurden darunter begraben. Die Folge: Nur noch durchs Fenster konnten die Bewohner des Hauses in der Rapsgasse in Ermershausen ihr Domizil verlassen oder betreten.

Auch Solarmodule sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Die herbeigerufene örtliche Feuerwehr sicherte unter Mithilfe eines Autokrans, den eine örtliche Holzbaufirma zur Verfügung stellte, die Trümmer gegen weiteres Abrutschen ab.
Einen fürchterlichen Schlag habe es getan, als wenn ein Blitz eingeschlagen hätte, berichteten die Hausbewohner. "Das war ein Schrecken. Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugemacht", äußerten sie sich sichtlich betroffen am Tag danach. Und besorgt weiter: Selbst die Katze habe sich vor Angst verkrochen und traue sich noch nicht aus ihrem Zufluchtsort.

Die weiteren Schäden nahm die Polizei in Ebern auf. Bereits gegen 18 Uhr fiel bei Weißenbrunn ein Baum über eine neben der Kreisstraße verlaufende, Telefonleitung. Die herbeigerufene Feuerwehr konnte jedoch den Baum nicht beseitigen, da hierbei die Telefonleitung, die noch funktionierte, beschädigt worden wäre. Der Störungsdienst der Telekom wurde verständigt und übernahm die Reparatur.

Gegen 20.30 Uhr stürzte zwischen Pfaffendorf und Burgpreppach ein Baum auf die Bundesstraße 303 Richtung Hofheim. Ein 56-jähriger Pkw-Fahrer wich dem Hindernis aus. Dabei wurde sein Fahrzeug durch Äste demoliert. Es entstand ein Schaden von rund 500 Euro. Der Fahrer wurde nicht verletzt.


Bäume fielen auf die Straße

In der Zeit von 21 bis 3.30 Uhr "fällte" der Sturm fünf weitere Bäume im Bereich Maroldsweisach, Burpreppach und Pfaffendorf, welche auf Straßen fielen. Hierbei entstand jedoch kein Schaden. Alle Bäume mussten durch die Freiwilligen Feuerwehren beseitigt werden.

Weitere Bäume fielen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Haßfurt auf Straßen. Solche Vorfälle meldeten die Feuerwehren aus Bundorf, Mechenried und Weisbrunn. In Goßmannsdorf bei Hofheim wurde eine große Plane in zwei Stromleitungen geweht. Die Feuerwehr und der Netzbetreiber sicherten die Einsatzstelle und beseitigten die Gefahr.

Die Beamten der Polizei in Haßfurt hatten im Großen und Ganzen mit dem Sturm so gut wie nichts zu tun. Die Einsätze mit den umgestürzten Bäumen und der betroffenen Stromleitungen wickelten die Feuerwehren in Zusammenarbeit mit der Integrierten Leitstelle Schweinfurt ab. "Bei uns war Ruhe", fasste Norbert Mohr, der Leiter der Inspektion in Haßfurt, das Sturm-Geschehen zusammen. Naja, ganz so ruhig war's nicht.