Mit einem großartigen Eröffnungsgottesdienst begann am Sonntag die Reihe "Klang Kontakte - Musik in Königsberger Kirchen". In der Marienkirche, die bis zum letzten Platz besetzt war, erwartete die Besucher eine festlich ausgestaltete Feier.

Anlass des Gottesdienstes war der Besuch Martin Luthers am 16. April 1518, also vor 500 Jahren, im Königsberger Augustinerkloster, als er auf seiner Reise zur Heidelberger Disputation in der Regiomontanusstadt übernachtete. Dies gab den Königsbergern die Gelegenheit, nach dem großen Reformationsjubiläum im letzten Jahr noch einmal ausgiebig zu feiern. Im Festgottesdienst, der in der Form der Evangelischen Messe gefeiert wurde, wirkten neben Regionalbischöfin Dorothea Greiner auch Pfarrerin Claudia Winterstein und Pfarrer Peter Hohlweg mit.

In ihrer Predigt hob Greiner hervor, dass sie durch ihr Kommen ganz bewusst die Kirchenmusik in den Haßbergen fördern wolle. "Kirchenmusik ist die schönste Weise, das Evangelium von Christus in die Herzen der Menschen zu bringen", war sich die Reginalbsichöfing sicher und bedankte sich bei den vielen Mitwirkenden.


Bachkantate als Höhepunkt

Ganze sechs musikalische Ensembles und Formationen waren in Königsberg dabei. Den Beginn setzte die Intrade von Mitgliedern des Hofheimer Fanfaren- und Spielmannzugs. Der Königsberger Posaunenchor, verstärkt durch Mitglieder des "Üflder Blechs", unter der Leitung von Wolfgang Fischer, der Ökumenische Kirchenchor unter der Leitung von Kerstin Wrzosok, die auch an der Orgel zu hören war, der Königsberger Kinderchor unter der Leitung von Rotraut Arnold, verstärkt durch die "Jungen Stimmen" aus Haßfurt und die Kantorei Hassberge setzten musikalische Leuchtfeuer.

Höhepunkt aber war die Bachkantate "Nun danket alle Gott", die unter dem Dirigat von Dekanatskantor Matthias Göttemann von der Kantorei Hassberge, dem Orchester Würzburg und dem Kinderchor zur Aufführung gebracht wurde. Die Choralkantate, die 1730 in Leipzig entstand, besteht aus drei Sätzen. Im Duett "Der ewig reiche Gott" glänzten die Solisten Sven Fürst (Bass) aus Würzburg und Sara Magenta Schneyer (Sopran). Die Zeilerin, die jetzt in Berlin lebt, hatte bereits vor einigen Wochen in Sand beim Open-Air-Konzert des Blasorchesters das Publikum begeistert.


Moderne Lutherstatue

Ausgestellt war auch ein Werk der Bildhauerin Anne-Marie Reiser-Meyerweissflog. Ihre moderne Interpretation einer Lutherstatue wurde der Gemeinde präsentiert und soll bis Herbst in Stein gegossen, an der Ostseite des Kirchenturms Aufstellung finden.

Im Anschluss an den über 90-minütigen Gottesdienst fanden sich viele Kirchenbesucher noch zu einem gemütlichen Beisammensein auf dem Marktplatz ein. Die Regiomontanus-Bigband unter der Leitung von Ekkehard Grieninger sorgte für die musikalische Unterhaltung. Der Erlös der Bewirtung war für die Finanzierung der neuen Orgel in der Marienkirche bestimmt.