Bald rücken dort neue Nutzer ein, deren Heimat viel weiter entfernt liegt, als damals zu Zeiten der Berufssoldaten: Bis zu 70 Asylbewerber dürfte die Regierung von Unterfranken ab Ende Juli zuweisen. Über den Stand der Umbauarbeiten informierten sich die Mitglieder des Bauausschusses am Mittwochabend.

Probleme und Planänderungen kamen dabei zu Tage. "Drastische Mehrkosten", so Stefan Hofmann vom Bauamt, hätten Frostschäden verursacht, da das Wasserleitungssystem nahezu komplett ausgetauscht werden musste. "In den anderen Gebäude hatten wir da viel bessere Erfahrungen gemacht." Dadurch haben sich die geschätzten Kosten fast verdoppelt.

Verdoppelt wurden auch die Sanitärbereiche. "Früher gab es die ja nur für Männer", drehte Bürgermeister Jürgen Hennemann der Rad der (Bundeswehr-)Zeit zurück. Umgedacht wurde auch bei der Zimmerbelegung: Mehrere Einzelzimmer werden durch Durchbrüche in der Wand zu Appartements. Der Grund dafür: "Wir hoffen dabei auf die Belegung mit mehr Familien, wodurch das Konfliktpotenzial gemindert wird", spekuliert Hennemann. "Das ist uns die Mehrkosten wert."

Zwei weitere Räume werden zusätzlich im einstigen Kantinentrakt (neben der Caritas) zur Verfügung gestellt, wo Begegnungsmöglichkeiten geschaffen und auch "ne Tischtennisplatte aufgestellt" werden könnte, wie es Hennemann formulierte.

Trauzimmer in einstiger Kantine

In unmittelbarer Nachbarschaft der einstigen Geng-Kantine ziehen andere (Fest-)Gäste ein: Vom heutigen Freitag an findet dort der Geo-Tag der Artenvielfalt ein überdachtes Zentrum. Künftig ist auch an andere Nutzungen gedacht. Beispielsweise für Familienfeierlichkeiten. "Der kleine Saal ist dafür bestens geeignet", befand Hennemann, der gleich eine Idee nachschob: "Wir denken daran die Räume als Trauzimmer zu widmen, was von Hochzeitspaaren gewünscht wird."

Der große Saal, der einstige Mannschaftsspeisesaal, war beim Ortstermin wegen laufender Arbeiten verbarrikadiert. Deswegen musste Stadtplaner Jürgen Bergmann seine Erläuterungen vor verschlossenen Türen geben. Die Deckenarbeiten neigen sich dem Ende zu, womit Brandschutz und Akustik wesentlich verbessert werden. Wir liegen im Zeit- und Kostenrahmen. Bei den Kosten sogar sehr gut."

Ab Mitte Juli sei eine Nutzung des Saales wieder möglich. Zum angedachten Bühnenanbau sagte Manfred Fausten (CSU): "Das muss kommen, die Bevölkerung drängt danach." Die entsprechenden Vorkehrungen seien vorgenommen, bestätigte Stefan Hofmann - aber: "Wir müssen erst überlegen, wann wir so eine Bühne brauchen. Erst überlegen, dann bauen und nichts andersrum." Für vier Veranstaltungen rentiere sich so eine Investition. Das müssen wir breit anlegen", sagte Hennemann. Ihm schwebt vielmehr die Nutzung einer mobilen Bühne vor, auf "der man auch viel machen kann".

Noch ein Wunsch aus Vereinskreisen beschäftigte den Bauausschuss im Haus der Bäuerin, wo der Korkboden ausgebleicht und verbraucht ist. Finden zumindest die Tanzgruppen, die darin üben. Thomas Limpert (Freie Wähler) stellte den Aufbau eines Schwingbodens vor. Dazu muss aber erst die Finanzierung geklärt werden.