Vor dem Unterfrankenderby zwischen dem FC Sand und dem TSV Großbardorf in der Fußball-Bayernliga Nord war klar: Die Gastgeber brauchten unbedingt einen Sieg, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Der TSV musste ebenfalls gewinnen, um an der Aufstiegs-Relegationsrunde zur Regionalliga teilzunehmen. Dass die Partie letztlich so von Dramatik geprägt sein und beide Lager in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt werden würden, hatte jedoch keiner der rund 600 Zuschauer ahnen können. Letztlich erwischten die Grabfelder das glücklichere Ende und gewannen mit 4:3. Damit ist der FC Sand in die Landesliga Nordwest abgestiegen.

Fabian Benkert trifft zum 1:0

Die erste Torgelegenheit hatte in der 7. Minute der Großbardorfer Heim, dessen Schuss vom Sander Andre Schmitt gerade noch von der Torlinie gekratzt wurde. Doch die Hausherren zeigten hervorragenden Einsatz und spielten diesmal, anders als sonst, schnell und konsequent nach vorne. Es war Leben im Sander Spiel, was in der 12. Minute auch mit dem 1:0 belohnt wurde. Stefan Krines erkämpfte den Ball, über Maximilian Göbhardt und Matthias Hoff wurde er in den Lauf von Fabian Benkert weitergeleitet, der mit einem überlegten Flachschuss traf.

Die Sander Freude dauerte jedoch nur 120 Sekunden. Da nämlich touchierte der Ball den Oberarm von Stefan Nöthling, der Schiedsrichter entschied auf Handelfmeter, den man nicht unbedingt geben muss. Hirn schoss zum 1:1 ein.

Kurioser Handelfmeter


Beide Mannschaften lieferten sich eine rassige und schnelle Begegnung mit Torgelegenheiten auf beiden Seiten. In der 27. Minute dann das 1:2 wiederum durch einen kuriosen Handelfmeter. Nach einer Verletzungsunterbrechung spielten die Gäste den Ball fair in den Sander Strafraum zurück, wo er Daniel Rinbergas unglücklich an die Hand sprang. Wieder traf Hirn.

Doch die engagiert spielenden Sander gaben nicht auf. Chancen von Fabian Benkert (37. und 45.), Stefan Krines (40.) und Maximilian Göbhart (44.) vereitelte jedoch TSV-Schlussmann Freisinger. Dazwischen zeichnete sich der Sander Torhüter Markus Geier gegen Heim aus (41.).

Rinbergas wendet das Blatt

Ermutigt von den Halbzeitergebnissen der Mit-Abstiegs-Konkurrenz und dem Wissen um die eigenen Möglichkeiten kamen die Sander schnell und mit frischem Mut aus der Kabine. Und die "Schwarz-Weißen" wurden belohnt. In der 49. Minute ließ Daniel Rinbergas mit einem 35-Meter-Freistoß-Aufsetzer Freisinger "alt" aussehen und traf zum 2:2. In der 59. Minute gab es zwei Freistöße für Sand kurz hintereinander. Den zweiten hart an der Strafraumgrenze nutzte wieder Rinbergas zum 3:2. Mit diesem Spielstand war Sand mindestens die Relegation sicher, sogar der direkte Ligaverbleib war nun wieder möglich, zumal der gut angesetzte Hinterkopf-Kopfball von Florian Gundelsheimer den aufgeweckten Sandern fast noch das 4:2 beschert hätte (74. ).

Entscheidung in der 85. Minute

Der nächste kuriose Treffer brachte dem TSV Großbardorf jedoch das 3:3 ein. Einen Freistoß von Kleinhenz wehrte Geier mit der Faust ab. Das Leder prallte jedoch auf den Kopf von Schönwiesner, von wo aus es ins Netz kullerte. In der 85. Minute dann die Entscheidung zu Gunsten des TSV Großbardorf, als Kleinhenz nach Querpass von Mantlik ins leere Tor traf.

Doch die Dramatik war noch nicht zu Ende. Drei Minuten vor Spielschuss holte der Sander Schlussmann Markus Geier in seinem Strafraum den durchgebrochenen Hirn von den Füßen und sah dafür die Rote Karte. Rinbergas zog sich noch die Torwarthandschuhe an, das schoss Hirn ein. Der Elfer wurde wiederholt, und diesmal hielt Rinbergas - aber das spielte keine Rolle mehr.