Die Ziele sind angesichts der Aufgaben sehr bescheiden: "Wir wollen uns einfach gut verkaufen und solange wie möglich mithalten", gibt sich Trainer Lubos Thür vor dem zweiten "Auswärtsdoppelpack" der Haßfurter "Hawks" (11. Platz/8 Punkte) in der Eishockey-Landesliga realistisch. Sowohl am Freitag (20 Uhr) beim derzeitigen Spitzenreiter EC Bad Kissingen (1./31) als auch am Sonntag (18 Uhr) später beim EHF Passau (5./25) gehe seine Mannschaft "jeweils als krasser Außenseiter" in die Partie.
Schon beim Auftritt im Kissinger "Wolfsbau" wird vor allem die ESC-Abwehrabteilung Schwerstarbeit verrichten müssen, schließlich hat sich das Gesicht der Kurstädter vorne wie hinten gewaltig und vor allem qualitativ hochwertig geändert.
Zahlreiche Neuzugänge konnte unter anderem auch der in Haßfurt bestens bekannte Sportchef Thomas Berndaner für ein Engagement beim EC Bad Kissin-gen überzeugen: Die Verteidiger Alexander Engel und Jan Pantowski (beide EC Kassel) ebenso wie Mark Dunlop (ehemals Schweinfurt Oberliga). Als neuer Spielertrainer - und somit als Nachfolger des ins zweite Glied zurückgekehrten Roman Nikitin - fungiert seit dieser Saison der Ex-Schweinfurter Topscorer Mikhail Nemirowsky, der noch weitere Topspieler wie Alexander Andrusovich (ehemals Oberliga in Weiden), Philip Golz (Berlin) oder Paul Schmelzer (Lauterbach) in seinen Reihen hat.
Immerhin zehn ihrer 14 Partien haben die "Wölfe" bislang für sich entschieden, darunter auch das Derby bei den Schweinfurter "Mighy Dogs" (4:2) oder die Partie gegen ESC-Sonntagsgegner EHF Passau (7:6). Die einzige Heimniederlage kassierten sie gegen den EV Dingolfing (4:6). Mit ihren 33 Treffern vor heimischen Fans liegt die Nemirowksy-Mannschaft derweil nur im Mittelfeld, denn selbst die "Hawks" haben bereits 27 Mal getroffen. Deshalb sollte es für die Haßfurter durchaus möglich sein, den Favoriten etwas zu ärgern. "Das ist auch unser Ziel", sagt Lubos Thür, der sich keinen Illusionen hingibt: "Wir haben in diesem Jahr bei weitem nicht die spielerische Qualität von Bad Kissingen. Wir wollen aber mit Kampf dagegenhalten."
Dass auch die Passauer zu Hause durchaus verwundbar sind, bewiesen vor fünf Tagen die "Mighty Dogs", die in der Eis-Arena in der Messestraße einen 6:2-Erfolg feierten. "Auch in Passau sind die Erwartungen an uns wohl eher überschaubar", sagt dazu der sportliche Leiter des ESC, Martin Reichert. "Aber ich hoffe, dass sich die Gastgeber die Punkte hart erkämpfen müssen. Wenn wir nicht an uns glauben, könnten wir uns die insgesamt über 600 Kilometer hin und zurück ja sparen."

Hildenbrand gesperrt

Schmerzlich wiegt am Wochenende sicherlich der Ausfall des nach seiner "Raufeinlage" gegen Regensburg 1b noch gesperrten "Hexers" Martin Hildenbrand. Schlechte Nachrichten gab es für die Verantwortlichen auch von Florian Ziegler und Sascha Petrojannis: Während beim Verteidiger ein Bruch des Schultereckgelenks diagnostiziert wurde, erlitt Petrojannis einen Bänderabriss in der Schulter. Für beide ist damit die Saison wohl beendet. Für David Franek kommt ein Einsatz nach nur zwei Trainingseinheiten derweil noch zu früh.
Derweil nahmen am Dienstag die zwei aus Nürnberg stammenden Rister-Brüder am Training teil. Matthias (25) ist gelernter Verteidiger und spielte beim ERSC Amberg. Michael (24) ist Stürmer und stand beim EV Pegnitz unter Vertrag. Ob die Passangelegenheiten der beiden am Freitag schon abgeschlossen sind, wird sich zeigen.
ESC Haßfurt: Platten, Korb - Schorr, Rambacher, Mauder, Marx, Stahl - Nold, Kurz, Kohn, Bates, Max Hildenbrand, Zösch, Eller, Elbl, Stelcich, Mi. Rister (?), Ma. Rister (?)