"Natürlich freuen wird uns auf das Duell mit Schweinfurt", betont Andreas Kurz, für die Erste Mannschaft zuständiges ESC-Vorstandsmitglied und mit verantwortlich für die seit zwei Jahren bestehende Jugendspielgemeinschaft zwischen beiden Vereinen. "Es ist sicherlich kein Spiel wie jedes andere. Trotzdem geht es wie bereits damals auch nur um drei Punkte", erinnert er sich an die 1:5-Niederlage der damaligen "Haie" des ERC Haßfurt am 29. Oktober 2004 - wenige Wochen vor der Insolvenz.

Doch diese Tatsache ist "Schnee von gestern. Die Karten wurden in den letzten Jahren immer wieder neu gemischt." Kurz wie auch den anderen Verantwortlichen der "Hawks" ist bewusst, dass das zweite Saisonauswärtsspiel in der Landesliga Nord/Ost nicht nur aufgrund der dreiwöchigen Pause seit dem 9:1-Sieg gegen Trostberg "eine ganz, ganz schwere Aufgabe" wird.
"Wir fahren natürlich als Außenseiter in den Icedome", ergänzt Sportlicher Leiter Martin Reichert und verweist auf einen "für die Liga sehr, sehr guten Kader" der Hausherren.

Viele Spieler sind geblieben

Fakt ist, dass nach der vergangenen Saison, an deren Ende aus wirtschaftlichen Gründen der freiwillige Ausstieg aus der Oberliga stand, viele Spieler dem ERV Schweinfurt die Treue hielten. Und der neue Trainer Stephen Heckenberger hat es offenbar geschafft, eine homogene Einheit zu formen. Bereits vier Partien haben die "Mighty Dogs" bestritten und dabei die Maximalzahl von zwölf Punkten geholt. Sowohl in Amberg (6:4) und beim EV Regensburg 1b (5:3) als auch gegen den hoch einzuschätzenden Vorjahresmeister EV Pegnitz (3:1) sowie zuletzt gegen den TSV Trostberg (5:3) gab sich die neu formierte Mannschaft keine Blöße.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem letztjährigen "Hawks"-Schlussmann Timo Jung, der mittlerweile zwischen den ERV-Pfosten steht. Bestens bekannt sind auch Fritz Geuder, Maximilian Schneider, Jona Schneider oder Christof Hengst, die ebenfalls - wenn auch teilweise nur kurz - bereits für Haßfurt auf dem Eis standen. Zudem spielen für die "Mighty Dogs" ihr langjähriger und mittlerweile 39-jähriger Ex-Manager Steffen Reiser sowie Kapitän Andreas Kleider, Pascal Schäfer, Georg Lang, Jonas Knaup oder Michele Amrhein, die im Vorjahr noch in der Oberliga aktiv waren.

Der Gegner hat bisher alles gewonnen

Neuer Kontingentspieler ist der zuletzt krankheitsbedingt fehlende Tscheche Jan Slivka. "Die Schweinfurter waren bereits vier Mal im Einsatz und sind deshalb auch im Rhythmus. Sie sind natürlich Favorit", sagt ESC-Coach Lubos Thür. "Aber ein Derby ist immer ein besonderes Spiel. Wir werden auf alle Fälle um die Punkte kämpfen."

Anders als gegen Schweinfurt gab es in den Vorjahren regelmäßig Duelle mit den Amberger "Lions", welche meist die "Hawks" für sich entschieden. Gerade bei den Heimspielen gingen sie fast immer als Sieger vom Eis. Einzig in der Saison 2011/2012 holten sich die Oberpfälzer beim 3:2 im Stadion am Großen Anger die Punkte.
Die Karten werden jetzt freilich wieder neu gemischt. Welches Potenzial in der Mannschaft von Trainer Stefan Ponitz steckt, zeigte sie bereits bei der knappen 4:6-Niederlage gegen den ERV Schweinfurt, dem deutlichen 10:1-Kantersieg gegen die Trostberger "Chiefs" sowie dem beachtlichen 8:0-Erfolg beim Bayernligaabsteiger ERC Regen.

Prominentester "Neu-Lion" ist der Ex-Weidener Oberligaverteidiger Boris Flamik, der die Kontingentstelle einnimmt. Brandgefährlich ist die Parade-Reihe mit Sebastian Aukofer, Felix Söllner und Daniel Krieger. Gerade bei Krieger ist äußerste Vorsicht geboten, schließlich erzielte der 25-Jährige in der Vorsaison in fast jeder Partie ein Tor und steuerte zudem einen Assist bei.

"Natürlich ist es ein anstrengender Doppelpack, den wir innerhalb kurzer Zeit bestreiten müssen", räumt Haßfurts Trainer Lubos Thür ein, dass seiner Mannschaft ein "gewaltiger Kraftakt" bevorsteht. Doch Ausreden lässt er keine zu. "Wir haben uns gut vorbereitet, hatten jetzt drei Wochen Pause und brennen darauf, wieder in den Wettkampf einzusteigen", gibt er sich vielmehr kämpferisch.

Der Kader ist wohl gut besetzt

Personell schaut es wieder recht ordentlich aus. Während für den Ex-Schweinfurter Fabian Elbl, der liebend gerne an alter Wirkungsstätte gespielt hätte, die Saison ja vorzeitig beendet ist, stehen die zuletzt ebenfalls angeschlagenen Florian Ziegler, Fabian Kohn und Marcel Schorr wohl wieder zur Verfügung. Entscheiden wird sich dies im Abschlusstraining. Sein Debüt im "Hawks"-Trikot feiert zudem Neuzugang Sascha Patrojannis.