Der Präsident der Regierung von Unterfranken, Paul Beinhofer, hat in der Behörde in Würzburg dem Polizisten der Inspektion Haßfurt, Harald Bott aus Knetzgau, für seine mutige Rettungstat die Rettungsmedaille ausgehändigt.

Ohne Absicherung

Harald Bott (51 Jahre) hatte am 7. Juli 2012 morgens gegen 3 Uhr zusammen mit zwei weiteren Helfern beim Altmain-Weinfest in Sand einen Mann aus dem Altmain gerettet. Ohne vorher das Risiko für sein eigenes Leben zu bedenken, sprang er vollständig bekleidet und ohne jegliche Absicherung ins Wasser, um den Mann vor dem Ertrinken zu retten, hieß es in der Laudatio.
Erschwerend kam hinzu, dass das trübe und dunkle Gewässer mit mehr als zwei Metern Tiefe viele Schlingpflanzen aufwies und der Verunglückte kaum zu erkennen war.
Dennoch schafften es die drei Retter, den Verunglückten noch rechtzeitig aus dem Wasser zu ziehen. Sie haben ihm sein Leben gerettet.

Die beiden anderen Helfer waren der Polizeibeamte Thomas Bäuerlein (ebenfalls von der Polizeiinspektion Haßfurt) sowie der Eltmanner Fabian Hümmer, der als Mitglied des Roten Kreuzes Dienst beim Weinfest in Sand hatte. Bäuerlein und Hümmer sind bereits für ihre mutige Tat ausgezeichnet worden. Sie erhielten bei einer Feier im Juni vergangenen Jahres in der Residenz in München aus der Hand von Ministerpräsident Horst Seehofer die Rettungsmedaille. Harald Bott wurde jetzt damit ausgezeichnet.

Erst nichts zu sehen

Was war damals beim Sander Weinfest genau passiert? Der Eltmanner Fabian Hümmer hatte in jener Weinfest-Nacht, wie er später unserer Zeitung beschrieb, die Nachricht bekommen, dass eine Person in das Gewässer des Altmains gestürzt sein soll. Von einer Brücke aus hielt er Ausschau. Es war 3 Uhr nachts, es war nichts zu sehen. Dann erkannte Hümmer eine schemenhafte Bewegung im Wasser und hörte es mehrfach platschen. Wie wenn jemand mit den Händen auf die Wasseroberfläche schlägt.

Hümmer rannte zum Ufer, wo schon ein Polizeiauto gehalten hatte. Die beiden Polizisten waren in den See gesprungen, die Scheinwerfer des Wagens leuchteten die Szenerie nur schwach aus. Hümmer entschied sich ebenfalls, ins Wasser zu steigen.

Hümmer: "Ich war der Meinung, dass sie meine Hilfe gebrauchen könnten." Er glaubte , "dass wir zu dritt bessere Chancen haben, ihn rauszuholen."

Die Rettungsaktion gelang, obwohl sich im dunklen, trüben Wasser die Seerosenranken unter Wasser immer wieder auch um die Beine der Helfer wickelten. Es wurde gefährlich für die beiden Polizisten und den Sanitäter: Weil der Verunglückte in den Wasserpflanzen verheddert war und sich daraus befreien wollte, schlug er um sich, auch als die Retter bei ihm waren. Mit Mühe schafften es die beiden Polizisten, den Mann über Wasser zu halten und Richtung Ufer zu schleppen. Immer wieder versuchte der panische Mann, der um sein Leben fürchtete, sich über Wasser zu halten, indem er sich an den beiden Polizisten hochzog (und diese damit unter Wasser drückte).

"Das war sehr anstrengend. Wir sind mit dem Opfer mit Mühe an Land geschwommen", schilderte Hümmer unserer Zeitung damals in einem Gespräch aus Anlass der Ehrung für ihn und Bäuerlein in München. Ohne die Hilfe der drei Retter wäre der Mann wohl im Altmain ertrunken.