Jede Menge vergnügliche Kost servierten Klaus Karl-Kraus und Lizzy Aumeier am Freitag im Marktsaal. Die etwas mehr als 200 Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Kabarettabend mit viel Wortwitz - und im Fall der gebürtigen Oberpfälzerin auch viel Körpereinsatz.

Wenn mann beim Kabarett in der ersten Reihe sitzt, ist das riskant. Vor allem, wenn eine frech-frivole Dame namens Lizzy Aumeier auf der Bühne steht. Das war Matthias Blenklein klar. Also machte der Rentweinsdorfer gute Mine zum heiteren Spiel, als ihn die Künstlerin auf die Bühne rief: Sie hatte ihn dazu auserkoren, mit ihr zusammen die wohl bekannteste Szene des Films "Titanic" nachzustellen - ein Highlight für das Publikum, und für den sich wacker schlagenden Matthias Blenklein "kein Problem", wie er hinterher verriet.

Lizzy Aumeier setzte hauptsächlich sich selbst in Szene, kokettierte mit ihrer Körperfülle und nahm als selbst ernannte
Sex-Göttin kaum ein Blatt vor den Mund, gerade wenn es um das Thema Nr. 1 ging - also ziemlich die meiste Zeit ihres Programms. Die Männer bekamen natürlich besonders ihr Fett weg - nicht nur die ausgewählten Herren im Publikum, sondern auch die Spezies an sich: "teuer und technisch schwer zu bedienen", spöttelte die preisgekrönte Kabarettistin, aber es gebe ja kaum Alternativen.

Die Geschlechter unter sich

Und weil sie eben auch bei ihrem Auftritt nicht auf Manpower verzichten wollte, kam sogar ihr eigener Ehemann auf der Bühne zum Einsatz. Die oft schwierige verbale Kommunikation zwischen Männlein und Weiblein war ebenfalls ein Thema, nicht zu vergessen die Emanzipation. Letztere entlarvte Aumeier als ursprünglich männliche Erfindung mit dem Ziel, den Frauen neben den Aufgaben in Haushalt und Familie zusätzlich einen Teil der Einkommenssicherung aufs Auge zu drücken.

Last but not least wusste die Kabarettistin selbst ihre Erlebnisse nach einem schweren Autounfall humorvoll aufbereitet zu präsentieren.

Der "Glubb" in Nöten

Die fränkische Kultur, Lebensart und Sprache ist ein Lieblingsthema von Klaus Karl-Kraus, der den ersten Teil des Abends bestritt - und von Anfang an für tolle Stimmung sorgte. Dankbaren Stoff für den Einstieg lieferte einmal mehr "der Glubb" - "das größte Kabarett, was du dir vorstellen kannst". Ein leidgeprüfter Anhänger des 1. FC Nürnberg zu sein, sei aber immer noch besser als ein Bayern-Fan - eine Ansicht, die hörbar nicht alle im Saal teilten, aber trotzdem mit Humor nahmen.

Zum Glück jedenfalls gibt ja noch andere Themen: "Die Welt werd' immer bleeder", da waren sich der Mann auf der Bühne und sein Publikum wieder einig. So ließ sich KKK vorwiegend heiter über allerhand Veränderungen aus - in Kommunikationstechnik, familiärem Alltag oder auch Erziehung zum Beispiel - und unternahm mit seinen Zuhörern heitere Streifzüge in seine Kindheit, als die Oma beim "Mensch-ärgere-dich-nicht" den Würfel so richtig "gwulchert" hat. Dergleichen wiederum wurde zum Anlass für kleine Lektionen über das fränkische Idiom: "Einen Bobbel mussmer wulchern, sonst babbderder." Dabei streute der Wortkünstler aus Erlangen auch ernstere Töne ein, vor allem über das Miteinander der Generationen. Er rief dazu auf, den Kontakt mit der älteren Generation zu pflegen statt Facebook & Co zu frönen. Kurz gesagt: "Post net, red mit der Oma." Auch diese Botschaft kam beim Publikum an, wie der Beifall zeigte.