Den gibt es auch, was auch viele Schüler und Lehrer interessieren sollte. Das findet zumindest Ingo Hafenecker, der Vorsitzende des Bürgervereins.

Und die Auflösung des Rätsels bietet Hafenecker auch gleich an: Mit der Ausstellung "200 Jahre Unterfranken", die ab Sonntag in der xaver-mayr-galerie in Ebern zu sehen ist. Auf einer der 25 Schautafeln taucht der "Eberner Trichter" als besonderer Sprachraum in Unterfranken auf.

Exakt gelegen zwischen der Dröschen-Dreschen-Linie und der Nabel-Nebel-Linie sowie dem Itzgründer Einschlag, wie Mundartforscher herausgefunden haben.

Doch die Organisatoren der Ausstellung (Bezirk Unterfranken, Regierung von Unterfranken, Amt für ländliche Entwicklung und Uni Würzburg) haben den Regionen Unterfrankens nicht nur aufs Maul geschaut, sondern tief in Archiven gewühlt und Quellen studiert. Dabei kam eine Ausstellung heraus, die sich sehen lassen kann.
Aber nur einmal im Landkreis. Nämlich in Ebern. Bis 9. Juni.

Wandertour durch Landkreise

"Die wandert von einem Landkreis zum anderen und Bezirksheimatpfleger Dr. Klaus Reder, bei dem wir einen Stein im Brett haben, hat uns ausgewählt", erzählt Ingo Hafenecker nicht ohne Stolz. Deshalb sei die Einladung zur Eröffnung am Sonntag um 14 Uhr auch kreisweit verschickt worden. Eintritt werde auch nicht verlangt.

"Danach dürfen gerne auch Schulklassen kommen, wozu wir gerne Sondertermine einrichten. Ich bin mal gespannt, ob Lehrer diese Möglichkeit nutzen." Vor Beginn der Pfingstferien bestünden jedenfalls noch ausreichend Gelegenheiten, und über das Schulamt müsste jede Bildungseinrichtung informiert worden sein.

Die 25 großflächigen Stellwände dieser Schau vermitteln einen umfassenden Eindruck von der Entwicklung der zurückliegenden 200 Jahre, also über jene Zeit, seit der Unterfranken - zumindest in seinen größten Teilen - zu Bayern gehört. Es geht um die Themen wie Erschließung durch die Eisenbahn, die Gebietsreform, die Sprachräume sowie Verkehrswege, jüdische Siedlungen, Kriegsschauplätze, Wirtschafts- und Ballungszentren. Höchst interessant und anschaulich aufgearbeitet das Ganze.

Historischer Atlas

Dazu gibt es auch noch einen historischen Atlas "Unterfranken in Bayern 1814 bis 2014", der im Auftrag des Bezirks Unterfranken in Zusammenarbeit mit der Uni Würzburg ausgerechnet von einem Verlag aus Baunach (jetzt Oberfranken) herausgegeben wurde.

Dieser Atlas war auch der Ausgangspunkt zur Ausstellung. Eine Auswahl von Karten aus dem von Markus Naser verfassten Geschichtswerk wurde vom Amt für ländliche Entwicklung auf Ausstellungstafeln gedruckt. Erstmals zu sehen war die Schau im März in der Würzburger Neubaukirche im Rahmen eines Festaktes der Bayerischen Staatsregierung.

Blick in die Geschichte

"Es geht uns darum, den Menschen in Unterfranken ihre Geschichte und ihre Gegenwart näher zu bringen", betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel damals bei der Vernissage der Ausstellung in Würzburg. Es zeige sich, dass vieles von dem, was zum Erfolg des Freistaats Bayern in der Gegenwart beitrage, in der ersten Hälfte des 19.  Jahrhunderts grundgelegt worden sei. Und vieles von dem, was damals galt, sei auch heute noch richtig, betonte Dotzel.

Wiener Kongress

Ein kleiner historischer Exkurs Dotzels: "1814 kamen die überwiegenden Teile des heutigen Unterfrankens im Zuge des Wiener Kongresses zum damaligen Königreich Bayern. Vielfältige Veränderungen und gewaltige Umbrüche prägten die zurückliegenden zwei Jahrhunderte: Epochale Umwälzungen der Staatsformen, die Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts, der Aufstieg Bayerns nach 1945 vom Agrarstaat zum High-Tech-Standort und schließlich die Vereinigung der beiden deutschen Staaten sowie die Globalisierung sind nur wenige Beispiele für diesen rasanten Wandel."

Neue Räume ideal

Froh ist Hafenecker über die Räume der neuen Galerie. "Ein echter Gewinn. Im Heimatmuseum hätten wir die Schautafeln gar nicht alle untergebracht.Die Galerie ist dafür geschaffen."

Die Öffnungszeiten

Das Heimatmuseum Ebern zeigt vom 25. Mai bis 9. Juni in den Räumen der xaver-mayr-galerie die Sonderausstellung "Unterfranken in Bayern 1814 - 2014", die vom Bezirk Unterfranken, der Regierung von Unterfranken, dem Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken sowie der Uni Würzburg als Gemeinschaftsprojekt erstellt worden ist. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 25. Mai, um 14 Uhr statt. Die Festrede hält Kreisheimatpfleger Günter Lipp. Die Öffnungszeiten sind an den Sonn- und Feiertagen jeweils von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung (Ruf 09531/4756 oder 62914).