Ein Unbekannter ist ein 54-jährger Rentner aus dem nördlichen Kreis Haßberge, der wegen Trunkenheit im Verkehr dieser Tage vor dem Amtsgericht in Haßfurt stand, für Polizei und Justiz nicht. Bereits sechs Mal ist er wegen Alkoholdelikten aufgefallen, wie Richterin Ilona Conver mit Blick in das Bundeszentralregister feststellte. 100 Tagessätze zu je 15 Euro (1500 Euro) muss er als Strafe in dem neuen Fall berappen. Für die Dauer von zwei Monaten darf er keine Kraftfahrzeuge, auch kein Mofa, fahren und vor Ablauf eines Jahres und sechs Monaten darf ihm keine Fahrerlaubnis ausgestellt werden, hieß es im neuen Urteil weiter.

Diese Fahrerlaubnissperre dürfte für ihn das geringste Problem sein. Ob er bei seinen Vorstrafen und seinem Alkoholproblem, welches er vor Gericht einräumte, jemals wieder eine Fahrerlaubnis bekommen wird, erscheint fraglich.
Im Mai dieses Jahres war er abends gegen 23 Uhr mit seinem Mofa, als er zum Zigarettenholen fahren wollte, gestürzt. Wie die Staatsanwältin Hansen in der Anklage ausführte, ergab die Untersuchung der Blutprobe den Wert von 1,69 Promille. "Was gesagt wurde, stimmt; wie es aber ablief, weiß ich nicht", sagte der Angeklagte.


Nur wenige Meter

Erst habe er zu Fuß Zigaretten holen wollen, dann aber doch sein Mofa genommen, das vor der Tür stand. "Wie mir später gesagt wurde, hätte mein Mofa auf mir gelegen." Nach wenigen Metern, die er auf öffentlichem Grund gefahren war, war der betrunkene Mann nämlich gestürzt. "Eventuell habe ich die Vorderbremse zu sehr gezogen", meinte er.

Ob das die Ursache war? Zuvor hat er, wie er dem Gericht schilderte, eine Flasche Rotwein und "ein paar Bier" getrunken. Er versicherte, dass er sich in Zukunft beim Trinken "zurückhalten" wolle.
Gehört wurde ein Zeuge, der beim Angeklagten im Haus eine Wohnung hat. Der Mann hatte den 54-Jährigen aufgefunden, nachdem sein Hund angeschlagen hatte. Er schaute nach und erkannte, was los war. "Ich habe sein Mofa von ihm runtergezogen und dann den Notruf abgesetzt", sagte der Zeuge.

Staatsanwältin Hansen sagte in ihrem Plädoyer, dass der Rentner seit 1994 immer wieder einschlägig in Erscheinung trat. Obwohl er nur eine kurze Strecke fahren wollte, dürfe es nicht sein, sich betrunken aufs Mofa zu setzen. Fünf Monate Freiheitsstrafe (zur Bewährung auf vier Jahre) und eine Geldauflage von 600 Euro war ihr Antrag.
Dem folgte die Richterin nicht. Sie verhängte die 1500-Euro-Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.