In Franken steigt aktuell die Zahl schwerer Influenza- und Atemwegsinfektionen. Auch die Krankenhäuser bekommen die Auswirkungen der Grippewelle zunehmend zu spüren.
Die diesjährige Grippewelle in Deutschland nimmt aktuell gehörig Fahrt auf. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der Influenza-Fälle zuletzt deutlich gestiegen. Hauptverantwortlich für die hohe Zahl an Grippeinfektionen ist heuer vor allem der neue Virenstamm "Subklade K", der laut RKI erstmals im Sommer 2025 nachgewiesen wurde. Diese "Super-Grippe" zeichnet sich demnach durch ein wesentliches Merkmal aus: Sie kann Antikörpern ausweichen. Antikörper, die nach einer früheren Erkrankung entstanden sind, schützen folglich nicht vor einer erneuten Ansteckung.
Auch in Franken erkranken deshalb aktuell immer mehr Menschen an dieser Variante der Influenza A. So stuft das Abwassermonitoring des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention die Virusaktivität für ganz Nordbayern und damit für sämtliche fränkische Städte als "sehr hoch" ein. Die Auswirkungen der Grippewelle bekommen dabei zunehmend auch die fränkischen Krankenhäuser zu spüren. Wie gleich mehrere Kliniken auf Nachfrage von inFranken.de berichten, ist dort seit dem Beginn der Grippesaison ein deutlicher Anstieg der Patientenzahlen zu verzeichnen.
Uniklinikum Würzburg verzeichnet Anstieg bei Grippe-Fällen - auch Kinder in stationärer Behandlung
Vergleichsweise entspannt ist die Lage aktuell im Klinikum Bamberg. Wie eine Sprecherin am Mittwoch (21. Januar 2026) auf Nachfrage von inFranken.de erklärte, registriere man momentan "keine besonders hohe Anzahl an Patienten mit Influenza". Es gebe deshalb weder Einschränkungen in der Versorgung noch außerordentliche Maßnahmen wie beispielsweise eine flächendeckende Maskenpflicht.
Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) macht sich die aktuelle Welle hingegen deutlich bemerkbar, wie ein Sprecher am Dienstag (20. Januar 2026) gegenüber inFranken.de berichtete. Im Vergleich zu den Vorjahren seien die Meldezahlen in diesem Jahr "deutlich höher". In der vergangenen Woche mussten demnach 52 Patienten mit Influenza-Nachweis am UKW versorgt werden. Mitte Dezember habe die Zahl noch bei 29 gelegen. Für das Krankenhaus stelle der Anstieg der Patientenzahlen einen erheblichen Mehraufwand dar.
"Patienten mit Influenza-Nachweis werden entsprechend der Hygienevorgaben am UKW isoliert", erklärt der Sprecher. "Hier gelten bei der Behandlung Schutzvorkehrungen wie Schutzkittel und Handschuhe, was natürlich einen zusätzlichen Arbeitsaufwand darstellt, der typisch für die Saison ist." Eine generelle Maskenpflicht bestehe am UKW hingegen nicht. Allerdings stehe es einzelnen Versorgungsbereichen mit besonders vulnerablen Patienten offen, eigenständig zusätzliche Maßnahmen, wie das Tragen einer Schutzmaske festzulegen.
"Noch nicht zu spät": Klinikum Nürnberg spricht Empfehlung für Grippe-Impfung aus
Bei Kindern und Jugendlichen zeige sich nach Angaben des Universitätsklinikums Würzburg aktuell ebenfalls eine Zunahme von Influenza- und Atemwegsinfektionen. Dabei komme es mitunter auch zu stationären Aufnahmen aufgrund schwerer Bronchitis oder Lungenentzündungen. Das RS-Virus (RSV) sei bei Kindern und Jugendlichen hingegen bislang nur vereinzelt nachgewiesen worden. Gerade bei Neugeborenen mache sich hier "der Nutzen der Impfung seit 2024 deutlich bemerkbar". Allerdings werde in den kommenden Wochen ein Anstieg von RSV bei den älteren Kindern erwartet.
Ähnlich wie in Würzburg sieht die Lage auch am Klinikum Nürnberg aus. "In den vergangenen Wochen sehen wir einen Anstieg an Patienten, die mit einer Influenza-Infektion in die Notaufnahmen beider Standorte des Klinikums Nürnbergs kommen", berichtet eine Sprecherin am Montag (19. Januar 2026) gegenüber inFranken.de. Viele von ihnen benötigen demnach eine stationäre Behandlung, manche von ihnen sogar auf der Intensivstation. Auch in der Kinderklinik verzeichne das Klinikum Nürnberg eine hohe Welle von Influenza-Infektionen. Man beobachte jedoch einen deutlichen Rückgang bei den RSV-Erkrankungen, der wahrscheinlich auf die 2024 eingeführte Immunisierung von Neugeborenen zurückzuführen sei.