Die Planungen für den Neubau der Freien Waldorfschule in den Mainauen wurde dem Haßfurter Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag präsentiert. Die Geschäftsführerin der Waldorfschule, Annette Achilles, und Michael Friedrich, Mitglied im Baukreis, zeigten, wie die derzeit 310 Schüler zukünftig untergebracht werden sollen.

Auf dem nordwestlichen Teil des Grundstücks am Ziegelbrunn wird das neue Schulhaus aus Holz und Beton entstehen, dessen Fassade mit Holz verkleidet wird. Eine extensive Dachbegrünung ist ebenfalls geplant. Alles, was sich jetzt noch im Altbau befindet, soll dann in den Neubau umziehen. Zusätzlich wird es je einen Chemie- und Musikraum geben. In dem dreistöckigen Gebäude wird im Erdgeschoss eine Küche mit Mensa eingerichtet, wobei die Schüler auf einer angrenzenden Freifläche auch draußen ihre Mahlzeiten zu sich nehmen können.

An Heizkraftwerk angebunden

Im ersten Obergeschoss werden neben den Klassenzimmern für die ersten vier Jahrgangsstufen zwei große Eurythmieräume untergebracht. Es schließen sich weitere Klassenräume und ein Mehrzweckraum im zweiten Obergeschoss an. Geheizt wird das Schulgebäude mit einer Anbindung an das Blockheizkraftwerk des Stadtwerks Haßfurt. Beim Abbruch des Altbaus sollen Bruchsteine gesichert werden, die dann in den Sockel des neuen Gebäudes integriert werden sollen.

Keller und Erdgeschoss der alten Schule sollen auf einer kleinen Fläche nahe der Ballettschule erhalten bleiben. Der Umzug ist für die Sommerferien 2022 geplant. Der insgesamt rund acht Millionen Euro teure Neubau wird nach Aussage der Geschäftsführerin mit 4,4 Millionen Euro gefördert. Den Restbetrag muss die Waldorfschule aus Eigenmitteln und mit Hilfe eines Kredits aufbringen.

Ausschüsse verändern sich

Durch den Wechsel des Stadtratsmitglieds Norbert Geier von der Fraktion der CSU zur Wählergemeinschaft ergeben sich Neuberechnungen für die Sitze in den Ausschüssen. Damit haben sich die Kräfteverhältnisse im Stadtrat geändert. Die Wählergemeinschaft gewinnt einen Sitz im Finanz- und Hauptausschuss, den zukünftig Anja Gaukler besetzen wird.

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Im Bau- und Umweltausschuss wird von nun an Michael Spieß für die Wählergemeinschaft vertreten sein. Die Grünen verlieren ihren Sitz im Bau- und Umweltausschuss und das Stadtratsmitglied Willibald Geuppert seinen Sitz im Bau- und Umweltausschuss. Diese beiden Sitze wurden mithilfe eines Losverfahrens in der konstituierenden Sitzung im Mai zugewiesen.

Losentscheid notwendig

Die Sitzverteilung in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Schulzentrum ändert sich ebenfalls. Aufgrund der gleichen Teilungszahl bei der Sitzberechnung war ein Losentscheid zwischen CSU und Junger Liste notwendig. Hierbei wurde die Junge Liste als Gewinner ermittelt, die Sven Schnös in die Verbandsversammlung schickt. Die CSU verliert somit einen ihrer zwei Sitze.

Fraktionsvorsitzender Manfred Stühler stellte im Namen der SPD-Fraktion den Antrag, auch die Veränderung der personellen Besetzung der Aufsichtsräte bei den Stadtwerken und städtischen Betriebe entsprechend der neuen Konstellation im Stadtrat zu ändern. Unabhängig von den Änderungen der Fraktionsstärken wurde Ortssprecher Manfred Finster als Mitglied der interfraktionellen Arbeitsgruppe "Leitbild Smart Green City Haßfurt" bestellt.

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Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2013 wird unter dem Titel "ISEK - Nachhaltige Stadt Haßfurt 2035" fortgeschrieben. Hierbei sollen langfristig orientierte und integrierte Handlungsleitlinien für die Entwicklung der Gesamtstadt einschließlich der Stadtteile erarbeitet werden.

Für den Bereich der Innenstadt wird eine Rahmenplanung in Form eines Masterplans erstellt.

Zur Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans für das Sondergebiet "Photovoltaikanlage Moosanger" erläuterte Markus Schlichting vom Ingenieurbüro Baur-Consult die Einwendungen der Träger öffentlicher Belange. Die Feststellung der Stadtbauverwaltung diente zur Kenntnisnahme.

Termin auf 2021 verschoben

Bürgermeister Günther Werner teilte mit, dass aufgrund der aktuellen Lage die Bürgerversammlung abgesagt wurde und auf Frühjahr 2021 verschoben wird. Außerdem gab er dem Gremium zur Kenntnis, dass die Beteiligten der Bürgerinitiative für eine Tempo-30-Regelung im Ortsteil Wülflingen eine Stellungnahme der Stadt erhalten haben. Als Akutmaßnahme kann sich Werner vorstellen, am Ortseingang ein Hinweisschild "Vorsicht, Kinder!" aufstellen zu lassen.

Gaukler sprach die Gefahrensituation an der Einmündung Prappacher Straße/Gewerbegebiet-Ost an. Nachdem sich dort vor kurzem wieder ein Unfall mit einem Schwerverletzten ereignet hatte, forderte Gaukler ein Stopp-Schild und eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Werner sagte, dass es in eineinhalb Jahren 17 Verkehrsunfälle in dem dortigen Bereich gegeben habe, bei dem es insgesamt zehn Verletzte gab. Auch von der Polizei werde die Einmündung als Gefahrenschwerpunkt gesehen und in die künftigen Planungen zur Verkehrssicherheit mit eingebunden.