Sportvereine? Das sind Fußballspieler, Trainer, Übungsleiter. Und noch mehr: All die fleißigen Hände im Hintergrund, die oft ungesehen das "Räderwerk" Verein am Laufen halten. Der SC Stettfeld ist in seinem 70. Jubiläumsjahr glücklich über viele Ehrenamtliche, die Zeit und Herzblut investieren.


10. bis 12. Juni

Vom 10. bis 12. Juni feiert der Stettfelder Sportclub sein 70-jähriges Bestehen. Drei Helfer, die schon über zehn Jahre besonders aktiv sind, werden da dann zu Grundpfeilern: Marianne und Herbert Hümmer sowie Gudrun Krause sind im Wirtschaftsdienst die guten Seelen des Sportheims. Die beiden Frauen stehen bei den Heimspielen in der Küche und hinter der Theke. Mariannes Mann Herbert betreut die Erste Mannschaft und ist, wie er selber sagt, "Mädchen für alles". Getränke? Sportheimvermietung? Er ist der richtige Ansprechpartner.
Seit wann sie im Sportheimteam dabei ist, daran kann sich Marianne Hümmer aus dem Stegreif nicht erinnern. "Ich weiß gar nicht, wie ich da reingekommen bin", gibt sie schließlich auf. "Durch die Tür", gibt ihr ihr Mann die trockene Antwort.

Die lockere und humorvolle Atmosphäre zeichnet das ganze Team aus, ist aber auch notwendig. Bei Heimspielen beginnt der ehrenamtliche "Arbeitstag" gegen 12 und endet manchmal erst um 22 Uhr. Zehn Stunden, die fordern und an den Kräften zehren. Trotzdem machen die Drei die Arbeit gerne. "Es macht trotz des Stresses immer wieder Spaß", erklärt Herbert Hümmer. Seine Frau ergänzt: "Die Fußballer und das Team, wir sind wie eine richtige kleine Familie."


In Kontakt mit den Menschen

Noch einen Grund nennt Gudrun Krause: "Weil wir jung bleiben wollen!" Denn der Kontakt zu den Gästen ist für sie ein besonderes Jugendelixier. Da macht es nichts aus, mitten in der Nacht noch frische Schnitzelsandwiches zuzubereiten, weil sich bei einigen späten Gästen Heißhunger regt. In der Halbzeitpause artet die Bewirtung oft in Stress aus. "Es kann halt keiner mal eine Sekunde warten", meint Herbert Hümmer, bleibt aber gelassen. Das Thekenteam lässt sich nicht in Hektik bringen.

Haben am späten Abend die letzten Besucher das Sportheim verlassen, geht es ans Aufräumen. "Eigentlich ist es wie wenn man eine zweite Wohnung hat", bilanziert Marianne Hümmer. Egal ob anschüren, Essen zubereiten, spülen oder den Müll rausbringen - nichts unterscheidet sich groß vom Haushalt daheim. Hier sind die Drei froh, dass es noch Helfer gibt, die mit anpacken.

Herbert Hümmer wünscht sich dennoch mehr Unterstützung. "Ein V4 fehlt hinten und vorne", gibt er zu bedenken. Hinter dem Kürzel verbirgt sich der vierte Vorstand, der für das Sportheim und die Vorbereitung von Festen zuständig ist. Nach dem Ausscheiden von Armin Engel konnte die Position bei der Generalversammlung nicht besetzt werden. Die Verantwortlichen sind deshalb derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten.


Man muss die Arbeit schon auch sehen

Doch auch abseits des Vorstandspostens gäbe es viele kleinere Möglichkeiten zu helfen. "Der Mülleimer fährt sich halt nicht von selbst an seinen Platz", nennt Hümmer ein Beispiel. Kurz anpacken, das sollte eigentlich kein Problem sein. Ist es aber, denn mancher sieht das einfach nicht. Auch die Pflegemaßnahmen rund um den Platz kosten Zeit. Gott sei Dank gibt es mit Platzwart und SC-Urgestein Helmut Gitter einen verlässlichen Helfer. "Der Helmut sieht alles und ist immer dahinter", lobt Hümmer.

Zahllose Arbeitsstunden flossen in die Neugestaltungsmaßnahmen am Sportplatz. Ob bei der Brunnenbohrung, die für die Bewässerung nötig war (der SC durfte laut EU-Verordnung kein Wasser mehr aus dem Mühlbach entnehmen) oder beim Neubau der Bratwurstbude. Ohne viele zupackende Hände wären die Arbeiten nicht durchzuführen. Umso dankbarer ist der Verein für all die aktuellen zahlreichen Helfer.


Da gibt's was zu erzählen

Wenn man sich so lange engagiert, erinnert man sich natürlich an ein oder andere Anekdote. Herbert Hümmer kann heute noch darüber lachen, dass er im Eifer des Gefechts einmal ein Fass ohne Gummidichtring angesteckt hatte. Eine spritzige Angelehgenheit.

Gudrun Krause wiederum hätte einmal fast einen Spieler ins Sportheim eingesperrt. "Ich habe halt alles fertiggemacht und wollte gerade zusperren, da habe ich gemerkt, dass ein Spieler noch ein Nickerchen in der Kabine macht", erzählt sie schmunzelnd. Auch ein paar verlorener Schuhe sorgen heute noch für breite Grinser. "Nach einem feuchtfröhlichen Fest, hat ein Gast sich im Weg vertan", erzählt Marianne Markert. "Statt oben auf die Straße abzubiegen, ist er unten Richtung Bach gelaufen und im Morast stecken geblieben". Um wieder rauszukommen, musste er seine Schuhe zurücklassen. "Die haben wir dann bei der Weihnachtsfeier versteigert."