19 Jahre alt ist ein junger Autofahrer aus einer Stadt im Landkreis, der wegen Unfallflucht vor dem Amtsgericht in Haßfurt stand. Im März 2017 hatte er in Haßfurt auf einem Parkplatz beim Einparken mit seinem Pkw einen anderen Wagen touchiert und war getürmt. Die Staatsanwältin warf ihm vor, einen Schaden von 2181 Euro verursacht zu haben und seinen Pflichten als Verkehrsteilnehmer, nach dem Unfall zu warten, den Geschädigten oder die Polizei zu verständigen, nicht nachgekommen zu sein. Der Angeklagte muss eine Geldstrafe von 600 Euro bezahlen, auch wurde ihm die Fahrerlaubnis für sieben Monate entzogen.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll, es stimmt alles, wie es gesagt wurde", erklärte der Angeklagte auf Vorhalt von Richter Martin Kober, ob er sich äußern wolle. Einen Verteidiger hatte der junge Mann für den Prozess vor dem Jugendgericht am Amtsgericht nicht. "Nach dem Unfall war ich etwas geschockt gewesen und es war ein Fehler, dass ich den Unfall nicht gemeldet habe", bekannte der Angeklagte. Der Richter verdeutlichte ihm, was er nach dem von ihm verursachten Unfall hätte tun müssen.


Mit dem Auto des Vaters

Der Schaden sei bereits von der Versicherung reguliert, sagte der Vater des Angeklagten, mit dessen Auto der Heranwachsende den Unfall verursacht hatte.

Franz Heinrich von der Jugendgerichtshilfe kannte den Angeklagten, der bereits, wie das Bundeszentralregister ausweist, einmal wegen Diebstahls aufgefallen war und deshalb bereits eine Woche Freizeitarrest verbüßt hatte. Heinrich meinte, dass der Angeklagte beim Gespräch mit ihm nicht so richtig begriffen habe, was er angerichtet hatte. Er könne jedoch auf den Rückhalt durch seine Eltern zählen. "Bei dem Angeklagten besteht ein gewisser Nachreifungsbedarf", sagte der Jugendgerichtshelfer. Bisher sei er schulisch und auch beruflich einen guten Weg gegangen.

Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten zu Gute, dass er geständig war und dass der Schaden reguliert wurde. Erschwerend bei der Bewertung fielen der hohe Sachschaden und die Vorstrafe ins Gewicht, auch wenn diese nicht einschlägig sei.


Noch nicht rechtskräftig

Sie beantragte, den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro zu verurteilen und ihm eine Sperrfrist für den Führerschein von noch sieben Monaten aufzuerlegen. Auch habe er die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Richter Marin Kober folgte hinsichtlich des Fahrerlaubnisentzugs dem Antrag der Staatsanwältin. Bei der Geldstrafe machte er Abstriche: 40 Tagessätze zu je 15 Euro (600 Euro) lautete sein Urteil. "Bei einem verursachten Fremdschaden von über 2000 Euro ist der Entzug der Fahrerlaubnis obligatorisch", sagte Kober.
Das Urteil hat noch keine Rechtskraft erlangt, weil der Verurteilte erklärte, dass er sich erst alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen möchte.