"So, ich geh jetzt heim." Am Mittwochnachmittag verließ Oskar Ebert das Rathaus in Untersteinbach als Bürgermeister der Gemeinde im Steigerwald. Am Gemeindewappen vor dem Rathaus überreichte er seinem Nachfolger Matthias Bäuerlein (beide Wählergemeinschaft) den Schlüssel für die wichtigsten Gebäude der Gemeinde und wünschte ihm viel Erfolg im neuen Amt.

Natürlich hat Oskar Ebert in den vergangenen Wochen seit der Wahl seinen Nachfolger in die Geschäfte der Gemeinde eingewiesen, vor allem in die laufenden Projekte wie die Schulsanierung oder die Dorferneuerungsmaßnahmen. "Viele Details und Automatismen in der Verwaltung werde ich aber wohl erst mit der Zeit erkunden können", weiß Matthias Bäuerlein.

Bestmöglich gewappnet

Seit Mittwoch ist der 41-jährige Bilanzbuchhalter jetzt hauptamtlicher Bürgermeister in der
südlichsten Gemeinde des Kreises Haßberge. Viel Neues ist schon seit der gewonnenen Stichwahl auf ihn eingestürmt. Seitdem hat ihn Oskar Ebert zu vielen Sitzungen und Behördenterminen mitgenommen, um ihn bestmöglich zu wappnen für die vielen Facetten des Amtes.

Was das alles umfasst, das zeigte am Mittwoch Anna. Die Sechsjährige hatte einen Tag zuvor im Kindergarten für den Bürgermeister ein Abschiedslied gesungen. Im Gespräch hatte Oskar Ebert sie eingeladen, ihn doch mal im Rathaus zu besuchen - und prompt stand sie am Mittwoch vor der Tür. Oskar Ebert, einst Lehrer, widmete ihr die letzte halbe Stunde im Amt. Bei ihrem Rundgang durch das Bürgermeister-Büro stellte Anna eines gleich fest: Einen neuen Stuhl braucht der neue Bürgermeister auf jeden Fall, der jetzige wackelt und ist abgewetzt von 24 Jahren umtriebiger Arbeit.

Viele Maßstäbe hat Ebert seit 1990 gesetzt. Bäuerlein ist entschlossen, ein würdiger Nachfolger zu sein, und freut sich auf die Aufgabe. Ein Erfolg für die Ewigkeit wird Oskar Ebert aber vermutlich bleiben: 97 Prozent der rund 400 Ehen, die er geschlossen hat, halten bisher. sw