Die fränkische Partyband Dorfrocker hat kürzlich ein Video veröffentlicht, in dem ein "Klima-Kleber" mit Gülle bespritzt wird. Jetzt reagiert die Letzte Generation auf den Clip.
- Kirchaich: Letzte Generation reagiert auf Gülle-Video der Dorfrocker
- Musiker bespritzt auf Traktor "Klima-Kleber" mit Gülle
- Aktivisten sehen "aggressive Verurteilung" und machen Angebot
Der 50-sekündige Clip der Partyband Dorfrocker aus dem Landkreis Haßberge hat in den vergangenen Tagen für viele Reaktionen gesorgt, wie die fast 50.000 Likes auf Facebook zeigen. Gitarrist Tobias Thomann nähert sich auf einem Bauernhof mit einem Traktor einem "Klima-Kleber", der ihm im Weg sitzt. Der Musiker rächt sich für die Blockade mit der Entleerung der Gülle-Ladung auf den Möhre essenden Aktivisten. Während die Band "den Leuten ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern" wolle, sieht die Letzte Generation hierin ein Beispiel "gewaltvoller Aufforderungen", wie eine Sprecherin gegenüber inFranken.de erklärt.
"Auch wir haben keinen Spaß daran": Letzte Generation erklärt Klebe-Protest nach Video von Dorfrockern
"Wir wissen, dass unsere verschiedenen Protestformen sehr unterschiedliche Resonanz auslösen und viele Menschen dazu bewegen, sich in einer bestimmten Art zu positionieren (wie in dem Video). Das Kleben auf Straßen ist für alle Menschen, die dies durchführen, jedes Mal wieder eine Herausforderung, denn auch wir haben keinen Spaß daran", schreibt die Sprecherin und spricht die drohenden Strafen und Gerichtsverfahren an.
Doch die Aktivistengruppe sehe "die Unterbrechung des Alltags als eine der effektivsten Möglichkeiten an, Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese anfängt, ihre eigenen Gesetze einzuhalten". Das Bündnis wisse, "dass es teilweise eine sehr aggressive Verurteilung der Letzten Generation gibt, ob aus Politik, Medien oder (von) Menschen, wie in dem Video".
"Wir haben jedoch den Anspruch, die öffentlichkeitswirksame Plattform, die wir momentan generieren können, dafür zu nutzen, um über die Klimakrise und die dafür angemessenen politischen Maßnahmen zu sprechen, als uns über teils gewaltvolle Aufforderungen gegen uns (wie in dem Video) auszulassen. Wir wollen nicht weiter Fronten verhärten, sondern in den Dialog kommen", heißt es in dem Statement weiter.
"Gewaltfreiheit ein sehr wichtiger Wert": Aktivisten bereit für "Dialog auf Augenhöhe" mit Dorfrockern
Man lehne "eine gewaltvolle Kommunikation des Gegeneinanders ab, und laden ein zu einem Dialog auf Augenhöhe, welches sich inhaltlich auf Grundlage eines breiten wissenschaftlichen Konsens bewegt", heißt es.
"In diesem Rahmen wären wir auch bereit, mit den Menschen aus dem Video in einen konstruktiven Austausch zu kommen", macht die Sprecherin ein Angebot an die Dorfrocker. Gemäß dem Werte- und Protestkonsens sei für die Letzte Generation "die Gewaltfreiheit ein sehr wichtiger Wert". Die fränkische Partyband hatte im Zuge des Clips gegenüber inFranken.de erklärt, die Mitglieder seien der Meinung, "dass Landwirten als Ernährer des Volkes häufig nicht die nötige Wertschätzung entgegengebracht wird, die sie verdienen".
was soll denn ein Gespräch mit dieser unsäglichen "Band" bringen

Die ist doch eher in der "Spaßgesellschaft" zu Hause
Wie will man mit einer sektenartigen Vereinigung, die ihren völlig eigenen Wertekanon hat, einen Konsens finden? Deren Eigenwahrnehmung weicht so stark von der allgemeinen Wahrnehmung ab, dass man eigentlich schon von Wahnvorstellungen sprechen müsste. Hier wird die Nötigung hunderter Autofahrer durch aggressive Blockaden und Widersetzen gegen Polizeianweisungen als "friedlicher Protest" bezeichnet, während das symbolische Bespritzen mit Gülle in einem Spaßvideo (es wurde also keinem Klimaaktivist "Schaden zugefügt") als Aufruf zur Gewalt wahrgenommen wird.
Weiter sei das Handeln der Klimaaktivisten "alternativlos" und müsse daher von allen anderen Beteiligten geduldet werden. Andererseits aber möchte man einen "Konsens" finden. Wie soll dieser Konsens dann aussehen? Letztendlich kann dieser durch ihre alternativlosen und radikalen Ansichten doch eigentlich nur darin bestehen, auf ihren Kurs einzuschwenken. Da es öffentlich nicht gewollt sein kann, deren undemokratischen Forderungen (Aufbau eines eigenen Entscheidungsgremiums, dass über der gewählten Regierung steht) nachzugeben, wird es nie zu einem Konsens kommen. Wir sollten uns die Worte Helmut Schmidts zu Herzen nehmen, dass sich der Staat nicht erpressen lassen dürfe und nicht mit Terroristen verhandelt wird.