"Nicht weiter Fronten verhärten": Letzte Generation reagiert auf Gülle-Video - und macht Dorfrockern Angebot

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Die Dorfrocker haben in ihrem Gülle-Clip gegen "Klima-Kleber" ausgeteilt. Die Letzte Generation sieht darin zum Teil "gewaltvolle Aufforderungen".
Kirchaich: Letzte Generation macht Dorfrockern Angebot - Reaktion auf Gülle-Video
Pressebereich/Die Dorfrocker, Archivbild; Hendrik Schmidt (dpa), Archivbild; Collage: inFranken.de

Die fränkische Partyband Dorfrocker hat kürzlich ein Video veröffentlicht, in dem ein "Klima-Kleber" mit Gülle bespritzt wird. Jetzt reagiert die Letzte Generation auf den Clip.

  • Kirchaich: Letzte Generation reagiert auf Gülle-Video der Dorfrocker
  • Musiker bespritzt auf Traktor "Klima-Kleber" mit Gülle
  • Aktivisten sehen "aggressive Verurteilung" und machen Angebot

Der 50-sekündige Clip der Partyband Dorfrocker aus dem Landkreis Haßberge hat in den vergangenen Tagen für viele Reaktionen gesorgt, wie die fast 50.000 Likes auf Facebook zeigen. Gitarrist Tobias Thomann nähert sich auf einem Bauernhof mit einem Traktor einem "Klima-Kleber", der ihm im Weg sitzt. Der Musiker rächt sich für die Blockade mit der Entleerung der Gülle-Ladung auf den Möhre essenden Aktivisten. Während die Band "den Leuten ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern" wolle, sieht die Letzte Generation hierin ein Beispiel "gewaltvoller Aufforderungen", wie eine Sprecherin gegenüber inFranken.de erklärt. 

"Auch wir haben keinen Spaß daran": Letzte Generation erklärt Klebe-Protest nach Video von Dorfrockern

"Wir wissen, dass unsere verschiedenen Protestformen sehr unterschiedliche Resonanz auslösen und viele Menschen dazu bewegen, sich in einer bestimmten Art zu positionieren (wie in dem Video). Das Kleben auf Straßen ist für alle Menschen, die dies durchführen, jedes Mal wieder eine Herausforderung, denn auch wir haben keinen Spaß daran", schreibt die Sprecherin und spricht die drohenden Strafen und Gerichtsverfahren an.

Doch die Aktivistengruppe sehe "die Unterbrechung des Alltags als eine der effektivsten Möglichkeiten an, Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese anfängt, ihre eigenen Gesetze einzuhalten". Das Bündnis wisse, "dass es teilweise eine sehr aggressive Verurteilung der Letzten Generation gibt, ob aus Politik, Medien oder (von) Menschen, wie in dem Video".

"Wir haben jedoch den Anspruch, die öffentlichkeitswirksame Plattform, die wir momentan generieren können, dafür zu nutzen, um über die Klimakrise und die dafür angemessenen politischen Maßnahmen zu sprechen, als uns über teils gewaltvolle Aufforderungen gegen uns (wie in dem Video) auszulassen. Wir wollen nicht weiter Fronten verhärten, sondern in den Dialog kommen", heißt es in dem Statement weiter. 

"Gewaltfreiheit ein sehr wichtiger Wert": Aktivisten bereit für "Dialog auf Augenhöhe" mit Dorfrockern

 Man lehne "eine gewaltvolle Kommunikation des Gegeneinanders ab, und laden ein zu einem Dialog auf Augenhöhe, welches sich inhaltlich auf Grundlage eines breiten wissenschaftlichen Konsens bewegt", heißt es. 

"In diesem Rahmen wären wir auch bereit, mit den Menschen aus dem Video in einen konstruktiven Austausch zu kommen", macht die Sprecherin ein Angebot an die Dorfrocker. Gemäß dem Werte- und Protestkonsens sei für die Letzte Generation "die Gewaltfreiheit ein sehr wichtiger Wert". Die fränkische Partyband hatte im Zuge des Clips gegenüber inFranken.de erklärt, die Mitglieder seien der Meinung, "dass Landwirten als Ernährer des Volkes häufig nicht die nötige Wertschätzung entgegengebracht wird, die sie verdienen". 

"Auch die Landwirtschaft ist in einem komplexen Wechselspiel mit sich verändernden Klima- und Umweltbedingungen", so die Letzte Generation zum Video der Dorfrocker. "Einerseits trägt sie zu dem Ausstoß von Treibhausgasen und der drastischen Reduzierung von Biodiversität und wichtigen Ökosystemen bei, andererseits ist auch sie schon stark von der Klimakrise betroffen", heißt es. Demnach müssten politische Rahmenbedingungen einen Wandel in diesem Sektor einleiten, "ob das die Wiedervernässung der Moore ist, oder die Reduzierung der industriellen Tierlandwirtschaft", so die Forderung der Klimaprotestgruppe.