Auch die 26 Bürgermeister der Städte, Märkte und Gemeinden des Kreises Haßberge sind mit im Boot. Ihren Beitritt zur Gesellschaft haben sie mit ihrer Unterschrift im Landratsamt Haßberge besiegelt.

Die Gesellschaft gilt als eine Ideenschmiede. Sie kümmert sich um den anstehenden Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Gesellschaft soll für das Kreisgebiet die verschiedenen Möglichkeiten zur Nutzung der erneuerbaren Energien erarbeiten und auf technische und wirtschaftliche Machbarkeit und Tragfähigkeit hin prüfen. Dabei geht es um Windkraft, Solarstrom, Biomasse und Geothermie sowie die Möglichkeiten der Stromeinsparung. Aufwendungen und Erträge für die Energieerzeugung könnten so am Ort des Verbrauchs bleiben und ermöglichten zusätzlich neue Arbeitsplätze, teilte die Landkreisbehörde am Freitag weiter mit.

Ziel soll sein, im Landkreis Haßberge den Einsatz von regenerativen Energien weiter zu steigern, um im Laufe der nächsten Jahrzehnte auf dem Energiesektor möglichst autark zu werden. Laut Handwerker soll diese Stufe 2030 erreicht sein. Daneben soll die neue Gesellschaft mit der im Umweltbildungszentrum in Oberschleichach (Ubiz) angesiedelten Energieberatung des Landkreises kooperieren, damit Konzepte zur Effizienzverbesserung und Energieeinsparung entwickelt werden sowie Musterprojekte gefördert und umgesetzt werden können.

Gesellschafter der GUT Haßberge GmbH sind neben dem Landkreis Haßberge die Städte, Märkte, Gemeinden des Landkreises, für die Stadt Haßfurt die Städtische Betriebe Haßfurt GmbH und für den Bayerischen Bauernverband die BBV LandSiedlung GmbH.

In einem zweiten Schritt soll eine Investitions- und Betreibergesellschaft auf Landkreisebene gegründet werden. Die in der GUT Haßberge GmbH erarbeiteten und durch Beschlussfassung durch die Gremien der Gesellschaft freigegebenen Projekte sollen dann über diese weitere Gesellschaft realisiert und betrieben werden. Hierfür kommt die Gründung einer GmbH & Co.KG oder auch eine genossenschaftlich organisierte Unternehmensstruktur in Frage. Diese Gesellschaft soll vom Landkreis Haßberge und den Städten, Märkten und Gemeinden des Landkreises gegründet werden. Es sollen sich auch Stadtwerke und Regionalversorger beteiligen. Daneben ist eine Beteiligung der Universität Würzburg und der Bayerischen Staatsforsten (Anstalt des öffentlichen Rechts) denkbar.

Diese Gesellschaft finanziert, errichtet und betreibt die Anlagen. An der Erzeugung erneuerbarer Energien soll auch die Landkreisbevölkerung beteiligt werden. Die Wertschöpfung aus der künftigen Energieerzeugung soll in der Region bleiben. Hierzu sollen Bürgerbeteiligungsmodelle aufgelegt werden. "Wir wollen nicht, dass Projekte von rein renditeorientierten Investoren umgesetzt werden und somit keine Möglichkeit der Mitsprache gegeben ist", betonte Landrat Rudolf Handwerker bei der GUT-Gründung in Haßfurt.