Es gehört zur Ausstattung eines jeden Hobby-Heimwerkers und ist ein wahrer Alleskönner: WD-40. Doch nicht jeder setzt das Spray auch richtig ein.
Zwei Buchstaben, zwei Ziffern. So gut wie jedem Handwerker ein Begriff: WD-40. Dabei handelt es sich um ein Spray, das laut dem US-amerikanischen Hersteller multifunktional einsetzbar ist. "WD-40" ist die Abkürzung für "waster displacement, 40th formula", was auf Deutsch so viel wie "Wasserverdrängung, 40. Formel" bedeutet.
Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Produkt auch in erster Linie dafür da, Feuchtigkeit zu verdrängen. Doch auch Schutz vor Korrosion, Reinigung von Herdplatten oder des Entfernen von Rost gehören zu den Anwendungsfeldern des beliebten Alleskönners. Begeisterte WD-40-Nutzer haben sogar eine Liste von über 2000 Benutzungsmöglichkeiten des Sprays erstellt. Trotzdem sollte das Produkt nicht beliebig zur Lösung jedes Problems genutzt werden. Wofür du WD-40 lieber nicht verwenden solltest, erklären wir dir jetzt:
Alleskönner WD-40? Dafür solltest du es besser nicht verwenden
Einige verwenden das Spray zum Schmieren von Scharnieren oder Schlössern. WD-40 ist jedoch kein Schmiermittel und sollte daher nicht wie eines verwendet werden. Vor allem beim Schmieren von Fahrradketten ist eine korrekte Anwendung entscheidend. Das Mittel entfernt nämlich eher das Fett, als zu schmieren. Es sollte daher nur zur Reinigung verwendet werden, bevor man im Anschluss alle Teile wieder sorgfältig mit einem dafür geeigneten Produkt einfettet.
Das Vielzweckprodukt verträgt sich außerdem nicht mit Kunststoff und sollte daher weder auf Kunststoffflächen, noch für Kunststoffteile verwendet werden. Es entzieht die Weichmacher und kann das Material porös machen. Der Hersteller schreibt dazu: "Bei klarem Polykarbonat und Polystyrol können Haarrisse oder größere Risse auftreten, wenn sie mit WD-40 Multifunktionsprodukt in Kontakt kommen." Auch wird davor gewarnt, dass manche Gummiarten bei "längerem Eintauchen" in WD-40 anschwellen können. Zum Schmieren und Reinigen von Kunststoffteilen (etwa die Gummis von Scharnieren an Fenstern oder Türschlössern) sollte besser zu einem lösungsmittelfreien Silikonspray gegriffen werden.
Laut Herstellerangaben kann es zudem bei Wachspolituren, Wachsüberzügen und einigen Gummisorten nach der Verwendung von WD-40 zu Schäden kommen. "Ist die Oberfläche jedoch lackiert, empfehlen wir Ihnen, zunächst einen Test an einer unauffälligen Stelle durchzuführen", heißt es in den FAQs des Herstellers. Ansonsten könnten unerwünschte Flecken entstehen.
WD-40: Vorsicht bei Elektrogeräten
Auch die Metallteile an Elektrogeräten lassen sich mit WD-40 pflegen. Wichtig ist dabei jedoch laut Hersteller, dass Anwender "den Strom von Elektrowerkzeugen, Geräten und anderen spannungsführenden Teilen vor dem Besprühen trennen". Passiert dies nicht, könnte sich das Aerosol des Sprays schlagartig entzünden. Geräte sollten daher vor der Behandlung mit WD-40 vom Stromnetz genommen und erst im Anschluss wieder in Betrieb genommen werden.
Das Spray sollte außerdem auf keinen Fall als Toilettenreiniger verwendet werden. Diese Anwendungsart taucht im Netz als Tipp immer mal auf. Das Spray soll dabei gegen Kalkablagerungen oder Urinstein helfen. Das kann zwar funktionieren, der Hersteller rät allerdings ausdrücklich davon ab. Anwendungen, durch die das Mittel ins Grundwasser gelangen kann, sind nämlich unbedingt zu vermeiden. Bei WD-40 handelt es sich um ein Öl. Bereits wenige Tropfen können bis zu 1000 Liter so sehr verschmutzen, dass sie nicht mehr als Trinkwasser genutzt werden können.