Vor rund 45 Jahren haben die Sander die Sportplätze im Sander Seestadion angelegt. Grund und Boden gehören der Gemeinde. Dass nach all der Zeit eine Sanierung ansteht, verkündete Bürgermeister Bernhard Ruß bereits in der letzten Bürgerversammlung.

Nun war die Sanierung der Sportplätze Thema in der Gemeinderatssitzung.
Bei der Gelegenheit sprach das Gremium auch gleich über den Antrag des FC Sand: Der will einen Kunstrasenplatz auf der Fläche des bisherigen Platz 2 (Nebenplatz) neben dem Hauptspielfeld. Der FC Sand hat handfeste Gründe, warum er einen Kunstrasenplatz will.

Denn der ermögliche, so heißt es im Antrag, vor allem in der schlechten Jahreszeit für die zahlreichen Mannschaften vom Schüler- und Juniorenbereich bis zu den Herrenmannschaften einen geordneten Trainingsbetrieb.
Die aktuelle Lage draußen am Platz unterstreicht das eindrucksvoll: Denn Regen und Kälte haben den Trainigsanlagen schwer zugesetzt.

Stark beanspruchte Fläche

Bürgermeister Bernhard Ruß versteht den Wunsch des FC: Den Nebenplatz als Rasenplatz anzulegen, das mache bei starker Beanspruchung keinen Sinn, führte er in der Gemeinderatssitzung am Dienstag aus. Mit Zweitem Bürgermeister Gerhard Zösch und mit den Verantwortlichen des FC Sand gab es auch schon ein Gespräch. Und man hat sich mit FC-Finanzvorsitzendem Ernst Heurung verschiedene Kunstrasenplätze in der Region angesehen und Erkundigungen eingeholt. Auch was es an Fördermitteln geben könnte, erkundete der Bürgermeister.

Wie Ruß erklärte, könnte ein Kunstrasenplatz eventuell über das Leader-Projekt gefördert werden, "wenn er als multikulturelles Zentrum angelegt wird". Die Voraussetzungen dazu sind dem Bürgermeister zufolge in Sand gegeben. Hier ballen sich quasi in einem Bereich FC, Turnhalle, Jugendräume mit Übungsraum des Blasorchesters, TV, Freiwillige Feuerwehr (mit Jugendgruppe), die Übungsgruppen des Seniorenkreises und selbst der Campingplatz in unmittelbarer Nähe. Sie alle könnten von einem Kunstrasenplatz profitieren.

In der Sitzung kam auch ein Finanzierungskonzept zur Sprache - einschließlich eventueller Fördermittel durch "Leader". Danach stand das Gremium dem Vorhaben positiv gegenüber. Robert Wagner erinnerte allerdings daran, dass die Gemeinde auch andere wichtige Aufgaben zu finanzieren habe; die Gemeinde könne sich einen Kunstrasenplatz nicht leisten.

Andere Gemeinderäte, so Roland Mahr und Gerhard Zösch, unterstrichen, Investitionen an den Sportplätzen seien unumgänglich. Wenn, dann solle man etwas "Gscheites" machen. Paul Hümmer sah als Voraussetzung die Förderung durch "Leader". Hugo Ackermann und Heinrich Schmitt gaben zu bedenken, dass der Kunstrasenplatz nicht alles sei: Bei der Sanierung der Sportanlagen kämen etwa noch Hauptspielfeld, Einplankung und Wege hinzu.

Dazu merkte Ruß an, das Hauptspielfeld müsse nicht gleich hergerichtet werden; weitere Maßnahmen könne man ja auch in Abschnitten durchführen. Bei der Zufahrt zum Sportgelände und den Wegen zu und rund um die Sportplätze müsse man ohnehin tätig werden.
Ruß fasste zusammen: Ein Rasenplatz sei als stark beanspruchter Trainingsplatz nicht zu halten; Geld für eine Notlösung sollte man nicht ausgeben; ein Kunstrasenplatz brächte dem FC, den örtlichen und den Sportvereinen der Umgebung Vorteile. Schließlich erhöhe das auch die Attraktivität der sportlichen Gemeinde Sand.

Trägerschaft beschlossen

Das Gremium beschloss die Übernahme der Trägerschaft für das Projekt "Multikulturelles Gemeindezentrum" und beantragt die "Leader"-Förderung. Bei Förderung übernähme die Gemeinde die Anteilsfinanzierung nach Finanzplan.


Weitere Themen im Gemeinderat Sand am Dienstag

Noch einige weitere Themen beschäftigten den Sander Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Darunter war auch die Wildgänsepopulation, die gegenwärtig in schönster Blüte steht. Die Landwirte beklagen für ihre Felder in den Mainauen teilweise massive Ernteausfälle, weil die Gänse alles wegfressen. Wie es hier weitergehen soll, ob die Gänse zum Beispiel abgeschossen werden dürfen im Schutzgebiet, ist noch nicht abschließend geklärt.

Bürgermeister Bernhard Ruß informierte, dass Mitarbeiter der Technischen Universität München eine Bestandsaufnahme der Wildgänse im Maintal von Gädheim bis Stettfeld übernommen haben. Bevor man weitere Schritte plane, sollte erst die Auswertung dieser Dokumentation abgewartet werden. Darüber hinaus informierte Bürgermeister Ruß den Gemeinderat über ein Schreiben der Gemeinde Sand an das bayerische Landwirtschaftsministerium. Hier legt die Gemeinde ihre Probleme mit der Wildgänse-Plage ausführlich dar, um das Ministerium zu informieren.

Mit der Card gibt's Prozente

Die Gemeinde Sand wird Akzeptanzpartner der Bayerischen Ehrenamtskarte und Förderer der Haßberg-Card. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat. Die Ehrenamtskarte ist eine besondere Anerkennung langjährigen bürgerschaftlichen Engagements; die Haßberg-Card will Bürgern mit niedrigem Einkommen die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Johannes Krines regte an, auch die Jugendleiter-Card mit in die Vergünstigungen einzubeziehen. Die Vergabe der Ehrenamtskarte, der Haßberg-Card und der Jugendleiter-Card durch das Landratsamt und den Kreisjugendring sind an Auflagen gebunden. Die Gemeinde Sand gewährt künftig bei Vorlage der Cards 50 Prozent Ermäßigung auf personenbezogenen Gebühren für Kurzzeitcamper auf dem Touristikcampingplatz.

Hugo Ackermann sprach die Überprüfung der Standsicherheit der Grabsteine im Friedhof an. Muss die sein? Ruß stellte fest, dass die Gemeinde als Betreiber des Friedhofes Haftungspflicht hat. Und da muss die Überprüfung der Grabsteine auf Standsicherheit hin jährlich erfolgen.

Die Anfrage von Paul Hümmer, ob bei der Erweiterung des Baugebietes "Untere Länge" Straßenleuchten mit LED-Technik ausgestattet werden können, wird nicht weiterer verfolgt. Laut Überlandzentrale Lülsfeld bringen LED-Leuchten weniger an Ausleuchtung und sind auch in der Anschaffung teurer. Die Kosten rechnen sich erst nach über 20 Jahren.

Die Gemeindestraße "Untere Länge" wurde um 110 Meter nach Westen verlängert. Der Straßenzug hat nun 352 Meter. Der Gemeinderat beschloss die Übernahme als Gemeindestraße mit Unterhaltsverpflichtung durch die Gemeinde. Per Beschluss ermächtigte der Gemeinderat ferner die Verwaltung, wie in den Vorjahren den Kooperationsvertrag mit der Grundschule Zeil/Sand für 2013/14 abzuschließen.