Die Natur und der rauschende Mühlbach sorgten für den zum Monat passenden Stoff. Wie soll der Unterhalt des Mühlgrabens in Zukunft geregelt werden? Dies war die Frage, mit der sich der Stettfelder Gemeinderat in seiner Mai-Sitzung befasste.

Bereits im Februar war das Thema einer Verlegung des Mühlbachs diskutiert worden, weil es immer wieder zu Hochwasser kommt. Der Hintergrund: Das Wasser kommt aus dem alten Mühlbach, der über einen Damm in Richtung Alte Mühle in Stettfeld fließt. Immer wieder flutet bei starken Regenfällen der sonst so beschauliche Bach ein Wiesengrundstück, da der Damm an mehreren Stellen undicht ist.


Rückverlegung des Baches

Die Rückverlegung des Mühlbaches in das alte Bachbett wäre eine Lösung. Mittlerweile haben sich auch der Bauausschuss und das Wasserwirtschaftsamt ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

Da die Familie, die bislang als Eigner zuständig war, sich bereit erklärt hat, auf ihr Wasserrecht am Mühlbach zu verzichten, liegt die Pflicht zur Gewässerpflege jetzt bei der Gemeinde. Deshalb könnte eine Verlegung des gesamten Baches vom derzeitigen Damm in den Talgrund und damit in das dortige Bachbett in Betracht gezogen werden, hieß es bei der Sitzung des Gemeinderats. Hierzu sei allerdings eine Aufweitung des Mühlbachs an dieser Stelle notwendig.


Weder Vor-, noch Nachteile

Dies hatte bei einigen Räten die Frage aufgeworfen, ob es hierdurch bei einem Hochwasser zu einer Verschärfung der Lage am See kommen könnte.
Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) teilte hierzu mit, dass Frank Pilhofer vom Wasserwirtschaftsamt in Bad Kissingen keine Probleme sähe. Pilhofers Auflassung nach sei bei einer Verlegung "weder mit einer Verschlechterung noch einer Verbesserung" der Lage zu rechnen.

Die Problemstelle sei nach wie vor ein "Nadelöhr" im Bereich eines privaten Anwesens, betonte der Bürgermeister. Früher sei hier auch ein Abfluss über eine Verrohrung durch das gegenüberliegende Anwesen möglich gewesen. Diese Verbindung bestehe aber nicht mehr. Hierzu habe die Gemeinde eine Anfrage gestellt und man warte nun auf Antwort.


Über 50 Prozent Zuschuss

Die mögliche Verlegung des Mühlbachs spielt dabei auch mit in ein mögliches Hochwasserschutzkonzept hinein. Wie es von Seiten des Wasserwirtschaftsamts hieß, seien sowohl Planung als auch Umsetzung des Projekts mit mindestens 50 Prozent zuschussfähig.

Jürgen Amend und Udo Busch forderten deshalb, sich über Möglichkeiten Gedanken zu machen, im Hochwasserfall Teile des Wasseraufkommens im Wald zurückzuhalten. Dies soll dem Ingenieurbüro so mit auf den Weg gegeben werden. Die Entscheidung fiel mit elf zu einer Stimme eindeutig.

Gemeinderat und Bauausschuss wollen sich bei einer Ortsbegehung ebenfalls ein Bild machen und Ideen einbringen.